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BVB besiegt Tuchel und PSG

18.2.2020 23:14 Uhr

Hallelujah Haaland! Der Winterneuzugang von Borussia Dortmund hat wieder einmal bewiesen, welch immenser Torriecher in ihm steckt. Mit einem Doppelpack hat er Paris Saint-Germain und Thomas Tuchel zwei Buden eingetütet, den 2:1-Heimsieg gesichert und damit das Tor ins Viertelfinale der Champions League für den BVB geöffnet. Selbst ein dreckiges Remis in der französischen Hauptstadt reicht den Dortmundern, um Paris und Tuchel ins Tal der Tränen zu schicken.

Der BVB fährt nun mit einer guten Ausgangsposition zum Rückspiel am 11. März in Paris. Tuchel, dessen Team nach 23 Pflichtspielen trotz des Treffers von Neymar (75.) erstmals wieder verlor, dürfte im Falle eines erneuten Ausscheidens im Achtelfinale trotz eines bis 2021 laufenden Vertrages bei PSG vor einer offenen Zukunft stehen. Der PSG-Coach, der 2017 Dortmund nach einem zerrütteten Verhältnis mit der Vereinsführung verlassen hatte, wählte ebenso wie Favre eine Taktik, die auch von Respekt vor der Qualität des Rivalen zeugte. Bei gegnerischem Ballbesitz war vor allem kompakte Defensive angesagt. Beide Teams zogen sich meist weit in die eigene Hälfte zurück und versuchten so, die Offensivreihen des Kontrahenten erst gar nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Taktisch wertvoll, mitreißend aber erstmal nicht.

Eher verhaltene erste 45 Minuten

Zu mehr als einer Chance durch einen Freistoß in der elften Minuten durch den wie auch Weltmeister Kylian Mbappé enttäuschenden Neymar reichte es bei den seit nunmehr 24 Spielen ungeschlagenen Gästen nicht. Tuchel wirkte alles andere als zufrieden, dirigierte seine Mannschaft immer wieder von der Seitenlinie aus. Für die überraschende PSG-Dreierkette in der Abwehr brauchten die Dortmunder nur in der Anfangsphase ein wenig Eingewöhnungszeit. Allerdings bleib auch vonseiten der Borussen ein echtes Feuerwerk erstmal aus. "In diesem Stadion können sich ganz besondere Dinge entwickeln", sagte Tuchel vor dem Anpfiff. In den ersten 45 Minuten entwickelte sich ein leichtes Plus für die Dortmunder, die vor allem von Jadon Sancho angetrieben wurden.

Der Engländer vergab aber auch zwei Chancen, als er in der 14. Minute nach einem Konter selbst abzog, anstatt noch mal abzuspielen und in der 27. Minute, als er mit einem Rechtsschlenzer PSG-Keeper Keylor Navas zu einer Parade zwang. Ans Außennetz klatschte der Ball in der 35. Minute bei einem Schuss von Haaland.

Die Haaland-Show folgte in Halbzeit zwo

Er bekam durch die zurückhaltendere BVB-Spielweise erstmal nicht so viele Bälle, seine Stärken konnte Haaland so zunächst nicht ausspielen. Insgesamt zeigte sich der BVB auch dank des sehr präsenten Nationalspielers Emre Can aber die deutlich bessere Leistung in Hälfte eins. Fand auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der sich die Partie zusammen mit Bundestrainer Joachim Löw anschaute. "Bis jetzt macht es Dortmund ganz gut", sagte Bierhoff in der Pause beim Sender DAZN. Für PSG gab´s weniger Lob: "Die Spielen das hier so ein bisschen gelangweilt runter."

Bis zur 65. Minute. Da ließen Mbappé, Neymar und Angel di Maria ihr Können kurz aufblitzen. Roman Bürki war aber zur Stelle. Die BVB-Fans atmeten durch. Und jubelten nur kurze Zeit später. Flanke von der rechten Seite durch Achraf Hakimi, Direktabnahme von Sancho, die aber geblockt und abgefälscht wurde. Den Abstauber ließ sich Haaland aus kürzester Distanz nicht nehmen. Im Schneidersitz wie ein Buddha im BVB-Trikot ließ sich der Norweger feiern.

Was unspektakulär begann, wurde doch noch packend vor 66.099 Zuschauern. Denn auf der Gegenseite brillierte in seiner besten Szene Mbappé mit seiner Geschwindigkeit und Ballkontrolle und legte den Ball auf Neymar auf. Doch dann passierten diese besonderen Dinge im BVB-Stadion, die auch Tuchel vorher schon gefürchtet hatte. Aus 20 Meter katapultierte Haaland den Ball unhaltbar ins PSG-Tor.

(ce/dpa)

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