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Bundespräsident stellt sich gegen Antisemitismus

10.3.2019 13:57 Uhr

Zum Kampf gegen den Antisemitismus hat nun Bundespräsident Frank-Walter-Steinmeier aufgerufen. "Wer ein freiheitliches, ein lebenswertes Land will, der muss einstehen, der muss aufstehen gegen Antisemitismus in jeder Form - wir wollen das nicht dulden in unserem Land", sagte Steinmeier am Sonntag zum Auftakt der jüdisch-christlichen Woche der Brüderlichkeit in Nürnberg. Es sei zwar die Verantwortung des Staates, die Sicherheit und Freiheit jüdischen Lebens zu garantieren, "aber es ist auch die Verantwortung der Gesellschaft und jedes Einzelnen", so Steinmeier.

Die Woche der Brüderlichkeit soll seit 1952 den religiösen Dialog zwischen Juden und Christen sowie die Erinnerung an den Holocaust fördern. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto "Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindschaft".

Die hässliche Fratze des Antisemitsmus

Es erfülle ihn mit großer Sorge, dass Antisemitismus auch in der Mitte der Gesellschaft wieder salonfähig werde, sagte der Bundespräsident. Er zeige sich auf der Straße, in Klassenzimmern und auf Schulhöfen. "Es beschämt mich und es schmerzt mich, dass Antisemitismus in Deutschland – gerade hier! – wieder häufiger und offen seine Fratze zeigt."

Eine große Verantwortung im Kampf gegen Judenfeindschaft sieht Steinmeier bei den Schulen. "Das Wissen, was Antisemitismus ist, welch lange unselige Tradition er hat, wie der moderne Antisemitismus entstanden ist, wie fanatischer Rassenhass Deutschland in die Barbarei stürzte, wird vor allem in den Schulen vermittelt."

(an/dpa)