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Brych: "Handspiel schwer zu bewerten"

24.2.2019 14:57 Uhr

Neben der Abseitsregel ist das Regelwerk um das Handspiel - absichtlich oder unabsichtlich - wohl die derzeit größte Herausforderung im modernen Fußball. Der FIFA-Unparteiische Felix Brych sieht gerade in dem Bereich des Regelwerks eine massive Herausforderung für alle Schiedsrichter.

FIFA-Schiedsrichter Felix Brych sieht in der Beurteilung von Handspielen im Profifußball eine große Herausforderung für die Unparteiischen. "Handspiel ist für uns wirklich eine schwierige Entscheidung, vor allem weil im Fußball immer mehr Handspiele vorkommen", sagte der erfahrene Referee aus München im Fußball-Talk "Wontorra" bei Sky Sport News HD.

Jede Berührung sei für die Schiris eine Bewertung. Je weiter die Hand vom Körper weg sei, "umso eher entscheiden wir auf Hand, weil wir jetzt mit dem Video-Assistenten auch die Bilder nicht mehr wegdrücken können", so der 43-jährige Brych: "Der Ball ist an der Hand, das sieht dann jeder. Absicht muss vorliegen, aber Absicht ist ja auch dann gegeben, wenn jemand billigend in Kauf nimmt, mit der Hand zu spielen."

Der Video-Assistent hat den Fußball für den Referee stark verändert

Über die Jahre habe man versucht, Auslegungen zu finden "und dann haben wir Sachen gefunden wie die 'unnatürliche Körperhaltung', die 'Vergrößerung der Körperoberfläche', 'Hand über der Schulter'".

Der Video-Assistent hat das Schiedsrichter-Spiel verändert: "Zum Teil sind die Bilder so klar und erdrückend, dass wir dann aufgrund dieses Bildes entscheiden müssen." Früher konnte man, so der Unparteiische, "auf dem Platz viel mit Intuition regeln oder mit dem Spieler den Kontakt halten, dann ist einem mal ein Handspiel durchgerutscht und konnte sagen, ich konnte es nicht sehen oder der Spieler hat gesagt, ich wollte meinen Arm wegziehen. Jetzt gibt es eben diese zweite Ebene".

Sobald der Ball an die Hand springe, seien die Unparteiischen unter Entscheidungsdruck. "Die Tendenz durch den VAR geht ganz klar dahin, dass das Handspiel eher bestraft wird. Es ist schon nicht ganz verkehrt, die Hände hinter den Rücken zu nehmen, denn es ist ein Selbstschutz des Spielers. Die Wahrheit liegt nicht mehr auf dem Platz, sie liegt auf dem Fernseher", urteilte Brych.

(ce/afp)

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