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Bruder des in Russland festgenommenen Amerikaners beteuert Unschuld

1.1.2019 18:58 Uhr

Ist die Festnahme des US-Amerikaners in Russland Vergeltung für die Verurteilung der Russin Maria Butina wegen Agententätigkeits? Der angebliche Bruder meldete sich nun zu Wort.

"Wir haben die Berichte über die Festnahme von Paul Whelan in Moskau gelesen, unseres Sohnes und Bruders", heißt es in einer am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter verbreiteten Nachricht von David Whelan, der sich als Bruder von Paul bezeichnet.

Ehemaliger Marine zu Besuch auf einer Hochzeit

"Paul ist ein ehemaliger Marine und hatte Moskau besucht, um an einer Hochzeit teilzunehmen", erklärte David Whelan weiter. Seit dem 28. Dezember habe seine Familie nichts mehr von ihm gehört, was für ihn sehr ungewöhnlich gewesen sei, selbst wenn er sich auf Reisen befand. "Wir sind tief besorgt hinsichtlich seiner Sicherheit und seines Wohlergehens. Seine Unschuld ist unbestreitbar, und wir hoffen, dass seine Rechte respektiert werden", hieß es in der Botschaft weiter.

Der russische Inlandsgeheimdienst hatte am Montag die Festnahme eines US-Bürgers wegen Spionageverdachts bekannt gegeben. Bei dem Mann könnte es sich um Paul Whelan handeln; die russischen Behörden gaben seinen Namen nur in kyrillischer Schreibweise an. Gegen den US-Bürger sei ein Strafverfahren eingeleitet worden. Bei einer Verurteilung drohten ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Angespannte Beziehungen

In den angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sorgen Spionagefälle für zusätzlichen Konfliktstoff. Ein tiefes Zerwürfnis verursachte insbesondere der Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien, für den die britischen Behörden Moskau verantwortlich machen.

In den USA wurde vor kurzem die Russin Maria Butina wegen Agententätigkeit schuldig gesprochen. Sie hatte gestanden, als "Agentin" ihres Heimatlandes konservative Zirkel der Vereinigten Staaten unterwandert zu haben.

(be/afp)

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