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Bremen von Mainz mit 0:5 verprügelt

17.12.2019 21:29 Uhr

An der Weser brennt kurz vor Weihnachten der Baum lichterloh. Bei der 0:5-Heimniederlage gegen das Team vom FSV Mainz 05 präsentierte sich Werder Bremen in einer desolaten Verfassung und man konnte den Eindruck gewinnen, als würde die Mannschaft quasi gegen den eigenen Trainer Florian Kohfeldt spielen.Schon zur Halbzeit war mit dem 0:4 - dem höchsten Rückstand zur Halbzeit in 55 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit der Bremer - der Drops gelutscht.

Florian Kohfeldt kaute grimmig auf seinem Kaugummi herum, seine Spieler starrten fassungslos ins Leere. "Null fünf, null fünf", schallte es besonders treffend aus der Mainzer Kurve herüber. Nach dem 0:5 (0:4) gegen den FSV Mainz 05 wankt Werder Bremen zwar in desolater Verfassung der zweiten Liga entgegen, der Trainer muss sich um seinen Job aber noch keine Sorgen machen. "Es gibt über Florian keine Diskussionen, weil wir jeden Tag sehen, wie er mit der Mannschaft arbeitet", sagte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann bei Sky. Kohfeldt selbst fand die Leistung "unerklärlich" und "katastrophal".

Werder Bremen im Abstiegskampf angekommen

"Jetzt sind wir tatsächlich mitten im Abstiegskampf, und der Druck, Punkte zu holen, wird immer größer", stellte Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt fest: "Es ist unerklärlich, warum wir nach dem 0:1 komplett den Faden verloren haben. Danach ist es genauso gelaufen, wie es nicht laufen sollte." Schon zur Pause nach dem höchsten Halbzeitrückstand vor eigenem Publikum in der 55-jährigen Bremer Bundesliga-Geschichte hatten Hunderte frustriert das Weserstadion verlassen. Nach dem Schlusspfiff spendeten in der Ostkurve nur noch die Treuesten der Treuen den niedergeschlagenen Werder-Profis und ihrem Trainer Trost. Drei Tage nach der 1:6-Schlappe bei Bayern München wird die Abstiegsgefahr für Bremen immer realer.

Torgarant für die besonders spielerisch überzeugenden Gäste war Robin Quaison, der in der zehnten, 19. und 38. Minute traf. Dazwischen lag ein Eigentor von Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka (15.), als nach einer verunglückten Abwehraktion von Milos Veljkovic der Ball vom Pfosten an den Rücken des Keepers und von dort über die Torlinie prallte. Kurz vor Schluss traf auch noch Jean-Philippe Mateta (81.). "Wir wissen dieses Ergebnis schon einzuordnen", sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder: "Bei uns wird jetzt keiner abheben."

Da war keine Spur von Kampfeswille bei Bremen

Kampf und Einsatz hatte Trainer Kohfeldt von seinen Schützlingen verlangt. Was er und zu Beginn 37.720 Zuschauer sahen, waren Verkrampfung, Verunsicherung und phasenweise sogar Angst. Schwächen, die der brutal effektive Gegner konsequent nutzte und ihm im Kampf um den Klassenerhalt hochverdient drei wichtige Punkten brachte. Nach dem ersten Gegentor erhob sich noch das Publikum, um die eigene Mannschaft zu unterstützen, später war Hohngelächter im weiten Rund zu hören. Denn die Platzherren waren in allen Belangen unterlegen: Die Defensive war unsortiert, im Mittelfeld wurde ständig der Ball verloren, und der Angriff fand lange praktisch nicht. Die erste Werder-Chance war ein Pfostenschuss von Leonardo Bittencourt (42.).

Schon nach 27 Minuten ersetzte Kohfeldt den besonders lethargischen Nuri Sahin durch Offensivkraft Johannes Eggestein. Wirkung zeigte dieser Tausch auch nach dem Wiederanpfiff nicht. Das Team von Coach Achim Beierlorzer konnte die klare Führung mühelos verwalten und geriet nie in Gefahr. Zwar hatten die Bremer, die am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Köln antreten müssen, nun mehr Spielanteile, aus denen aber kaum Torgefahr entstand. Kohfeldt tigerte unruhig durch die Coaching Zone, während sein Kollege Beierlorzer das Geschehen ganz entspannt und hin und wieder sogar mit einem Lächeln beobachtete.

(ce/afp)

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