epa/Marcelo Sayao

Brasilien: Verbrecher überziehen Norden mit Gewalt

8.1.2019 16:50 Uhr

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ist erst seit kurzem im Amt. Trotzdem werden er und die staatlichen Sicherheitskräfte nun von kriminellen Banden im Norden des Landes herausgefordert.

In den vergangenen Tagen seien im Bundesstaat Ceará 159 Anschläge auf Banken, Geschäfte, öffentliche Einrichtungen und Fahrzeuge verübt worden, berichtete das Nachrichtenportal G1 am Dienstag. 168 Verdächtige wurden demnach festgenommen.

Ex-Militär Bolsonaro hatte im Wahlkampf versprochen, hart gegen Kriminelle vorzugehen und die Sicherheitslage in Brasilien zu verbessern. Hinter den Attacken mit Brandsätzen, Bomben und Schusswaffen sollen mächtige Verbrechersyndikate stecken, die aus den Gefängnissen des südamerikanischen Landes heraus kontrolliert werden.

Staatssekretär will inhaftierte Bosse strenger kontrollieren

Der neue Staatssekretär für die Gefängnisverwaltung, Luis Mauro Albuquerque, will die inhaftierten Bosse strenger kontrollieren. So wurden in den Gefängnissen zuletzt über 400 Handys beschlagnahmt. Zudem sollen Bandenchefs in andere Haftanstalten verlegt werden.

Medien berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, mehrere Banden hätten einen Pakt geschlossen, um gemeinsam gegen die staatlichen Behörden vorzugehen. In der Stadt Fortaleza tauchten Graffiti auf, in denen es hieß: "Wir werden nicht aufhören, bis der Staatssekretär geht" und "Weg mit Mauro Albuquerque".

(an/dpa)