Brasilien: Guaido trifft Bolsonaro

28.2.2019 14:05 Uhr

Am frühen Donnerstagmorgen ist Juan Guaido, der selbsternannte Übergangspräsident, in Brasilien eingetroffen. Dort will er mit mehreren Politikern über die Krise in Venezuela reden. In der Hauptstadt Brasilia treffe er am Nachmittag mit Präsident Jair Bolsonaro zusammen, zitierte der TV-Sender Globo einen Regierungssprecher. Dieses Treffen werde als "persönlicher Besuch" und nicht als Empfang eines Staatsoberhauptes angesehen, berichtete eine Reporterin des Senders vor Ort.

Anschließend war ein Gespräch mit Außenminister Eduardo Araújo geplant. Auch will Guaidó den Informationen von Globo zufolge in Brasilia mit Botschaftern von Ländern zusammenkommen, die ihn als Übergangspräsidenten anerkannt haben.

Guaidó war gegen 01.40 Uhr Ortszeit mit einem Flugzeug der kolumbianischen Luftwaffe in Brasília eingetroffen, wie Globo weiter berichtet. Nach den Gesprächen wolle Venezuelas Oppositionsführer eine Pressekonferenz geben.

Brasilien lehnt Militärintervention ab

Brasiliens seit Januar amtierende Regierung hat sich wie zahlreiche andere Staaten und die Europäische Union hinter Guaidó gestellt. Den Machtkampf mit Venezuelas sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro will das Kabinett um Bolsonaro aber mit friedlichen Mitteln gelöst sehen. Eine militärische Intervention oder das Bereitstellen brasilianischen Territoriums für ausländische Truppen lehnt Brasilia ab.

Am vergangenen Samstag sollten Hilfsgüter auch aus Brasilien über die Grenze nach Venezuela gebracht werden, doch dies scheiterte an den venezolanischen Militärposten. Bei Auseinandersetzungen an der Grenze kam es zu mindestens vier Toten und zahlreichen Verletzten. Den Grenzübergang zwischen Pacaraima im Bundesstaat Roraima und der venezolanischen Stadt Santa Elena de Uairén hatte Maduro am Donnerstagabend schließen lassen.

(an/dpa)