epa/Mikhail Palinchak

Brüchige Feuerpause in Ostukraine

8.3.2019 14:41 Uhr

Anlässlich des Weltfrauentags war eine "Frühlingswaffenruhe" vereinbart und wurde sofort wieder gebrochen. Die Separatisten im Gebiet Luhansk hätten bei der Ortschaft Krymske auf Regierungseinheiten gefeuert, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag mit.

Am Vortag seien zudem fünf Soldaten verwundet worden. Die Separatisten in Donezk warfen wiederum der Armee vor, den Waffenstillstand bereits "nach wenigen Minuten" gebrochen zu haben.

Seit 2014 kämpfen im Industrierevier Donbass Regierungstruppen gegen von Russland unterstützte Separatisten. Ein 2015 mit deutsch-französischer Vermittlung vereinbarter Friedensplan, der auch eine dauerhafte Waffenruhe vorsah, wurde bisher nicht umgesetzt. UN-Schätzungen zufolge sind rund 13 000 Menschen in dem Konflikt getötet worden. Seit Jahresbeginn verzeichneten allein die Einheiten der Regierung ein Dutzend Tote und etwa drei Dutzend Verwundete.

Feuerpausen halten selten lang

Immer wieder werden zu Feiertagen oder auch zum Schulbeginn Waffenruhen vereinbart. Der 8. März zählt in den meisten Ex-Sowjetrepubliken zu den wichtigen Feiertagen des Jahres. Auch andere Feiertags-Waffenruhen scheiterten bereits nach wenigen Stunden.

Die Bundesregierung in Berlin begrüßte dennoch, dass sich die Konfliktparteien auf die Feuerpause geeinigt hätten. "Wir werden weiter darauf drängen, dass die Waffenruhe langfristig eingehalten und durch konkrete Schritte stabilisiert wird", hieß es in einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes.

(an/dpa)