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Bombendrohung im Kieler Justizgebäude von Neonazis geschickt?

11.1.2019 18:33 Uhr

Am Freitagvormittag gab es an mehreren Justizgebäuden Bombendrohungen, die zur Räumung der Gebäude führten. Die Drohung ans Landgericht Kiel soll mit "nationalsozialistische Offensive" unterschrieben gewesen sein.

"Es ist eine Mail eingegangen, die mit "nationalsozialistische Offensive" gezeichnet ist", sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Kiel. Zuvor hatte "KN-online" ("Kieler Nachrichten online") darüber berichtet. Die Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei Schleswig-Holstein ermittelt. Eine Einschätzung, wie real ein rechtsextremistischer Hintergrund sein könnte, sei bisher nicht möglich.

Drohungen in Kiel, Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Saarbrücken und Wiesbaden

Wie in Kiel waren nach Drohungen am Freitag die Landgerichte mehrerer Städte in Deutschland geräumt worden. Betroffen waren Gebäude in Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Saarbrücken und Wiesbaden. Später ging auch in Hamburg eine Nachricht ein, in einem Gerichtsgebäude befinde sich Sprengstoff. Die alarmierte Polizei habe am Freitagmorgen aber sehr bald Entwarnung geben können, sagte ein Gerichtssprecher. Die Mail enthalte rechtsextreme Bezüge. Der Betrieb sei ganz normal gelaufen. Laut Polizei musste das Gebäude nicht geräumt werden. Die Ermittlungen dauerten an.

Ankündigungen per Mail

In allen Fällen sei die Drohung per E-Mail eingegangen, bestätigte die Polizei. Laut Polizei Magdeburg wurde in der Mail mit einem Anschlag auf bundesweiter Ebene gedroht. Der Absender sei anonym, hieß es weiter.

Das Kieler Landgericht ist inzwischen wieder zugänglich. "Der Einsatz ist beendet, es gab nichts", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten Spürhunde den Außenbereich des Komplexes abgesucht, aber nichts Verdächtiges gefunden.

(be/dpa)