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Boliviens Übergangsregierung will Dialog mit Anhängern Morales'

15.11.2019 18:45 Uhr

Die Übergangsregierung in Bolivien hat den Anhängern des zurückgetretenen Staatschefs Evo Morales zum Dialog audfgerufen. Es gebe bereits Gespräche mit Abgeordneten von Morales' Partei MAS (Bewegung zum Sozialismus), berichteten örtliche Medien am Donnerstag (Ortszeit). Präsidialamtsminister Jerjes Justiniano sagte der bisherigen Regierungspartei demnach zu, sie müsse keine politische Verfolgung fürchten: "Eine Hexenjagd wird es nicht geben."

Es gehe darum, den Andenstaat zu befrieden und bald Neuwahlen anzusetzen. Auch dürfe Morales, der in Mexiko Asyl erhalten hat, zurückkehren, sagte Justiniano den Berichten zufolge. Boliviens Interimspräsidentin Jeanine Añez schloss allerdings aus, dass Morales bei einer Neuwahl als Kandidat antreten könne.

Zehn Menschen sind bei Unruhen gestorben

Zuvor war es erneut zu Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des Ex-Präsidenten gekommen. Bei den seit drei Wochen andauernden Unruhen sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Aus Sorge vor einer weiteren Eskalation schickte UN-Generalsekretär António Guterres einen Sondergesandten nach Bolivien. Der Franzose Jean Arnault soll bei der Suche nach einer friedlichen Lösung der Krise helfen.

Morales, der das Andenland seit 2006 als erster indigener Präsident regiert hatte, war am Sonntag - nur drei Wochen nach seiner umstrittenen Wiederwahl - auch unter dem Druck von Militär und Polizei zurückgetreten. Der Sozialist, der für eine vierte Amtszeit kandidierte, hatte sich nach der Abstimmung am 20. Oktober zum Sieger in der ersten Runde erklärt. Die Opposition und internationale Beobachter hatten ihm Wahlbetrug vorgeworfen.

(an/dpa)

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