epa/NASA/Bill Ingalls Handout

Boeing steigt aus Satelliten-Geschäft mit China aus

7.12.2018 19:59 Uhr

Die USA und China befinden sich in einem Handelsstreit. In diesem Klima hat Boeing nun ein umstrittenes, 200 Millionen Dollar teures Satelliten-Geschäft mit China gecancelt. Boeing teilte am Freitag mit, einen Vertrag mit dem Start-up Global IP storniert zu haben, da das Unternehmen aus Los Angeles Zahlungsprobleme habe.

Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge wird Global IP jedoch verdächtigt, unter chinesischem Einfluss zu stehen. Die Firma soll über ein Geflecht von Zweckgesellschaften Mittel von der staatlichen Investmentgesellschaft China Orient Asset Management erhalten haben. Global IP streite allerdings ab, von China kontrolliert zu werden.

US-Gesetz verbietet direkten Verkauf von Satelliten an China

Dem Bericht zufolge verbieten es die US-Gesetze Boeing, Satelliten direkt an China zu verkaufen. Der Konzern teilte dazu mit: "Als globales Unternehmen ergreift Boeing rigorose Maßnahmen, um die US-Exportvorschriften einzuhalten und die nationalen Interessen zu schützen." Boeing habe sich mit dem Wirtschaftsministerium wegen des Global-IP-Projekts beraten und man werde weiter eng zusammenarbeiten, um den nötigen Schutz von Satelliten-Technologie sicherzustellen.

Boeing wolle den Satelliten, der schon fast fertiggestellt sei, nun voraussichtlich anderweitig verkaufen, heißt es im Bericht des "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen Insider. Der Satellit sollte offiziell die Internetverbindungen nach Afrika verbessern. Staatliche Vertreter in den USA hätten allerdings Bedenken, dass China die Technik auch für militärische Zwecke einsetzen könnte.