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Boeing 737 rutscht in Fluss in Florida

4.5.2019 8:06 Uhr

Erst eine Bruchlandung und dann auch noch das: eine Boeing 737 in Florida ist in einen Fluss gerutscht. Alle Insassen konnten sicher gerettet werden, 21 Personen sind verletzt. Die Boeing mit 143 Insassen (136 Passagiere und sieben Crewmitglieder) war auf dem Weg vom US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba zum Militärflughafen in Jacksonville in Florida.

An Bord befanden sich Militärangehörige und deren Familien.Insgesamt seien 136 Passagiere und sieben Crewmitglieder an Bord gewesen, teilte der Militärflughafen mit. Das Sheriffbüro von Jacksonville schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, dass 21 Erwachsene in Krankenhäuser gebracht worden seien. Schwer verletzt wurde demnach aber niemand. Auf Bildern war zu sehen, wie die Maschine teilweise unter Wasser im St.-Johns-Fluss lag. Zahlreiche Rettungskräfte waren an den Bergungsmaßnahmen beteiligt, darunter rund 90 Feuerwehrleute. Nach Angaben von Jacksonvilles Bürgermeister Lenny Curry bemühten sich die Behörden, den Austritt von Treibstoff in den Fluss unter Kontrolle zu halten.Boeing erklärte, Kenntnis von dem Zwischenfall zu haben und sich derzeit um weitere Informationen zu bemühen.

Meistverkaufte Passagiermaschine

Die 737 ist das erfolgreichste Modell des US-Konzerns Boeing und die meistverkaufte Passagiermaschine der Welt. Die Unglücksmaschine gehörte der Charterfluggesellschaft Miami Air International. Einem Bericht des Senders ABC News zufolge hatte das Verteidigungsministerium das Flugzeug gechartert. Laut der Webseite «FlightAware» war es gegen 19.19 Uhr von Guantánamo aufgebrochen.

Von dem Flughafen des Marinestützpunktes auf Kuba fliegen in der Woche nur wenige Maschinen ab. Oft haben sie Soldaten und Angehörige an Bord, die das Festland besuchen. Der Marinestützpunkt ist vor allem bekannt, weil dort das umstrittene Gefangenenlager angesiedelt ist, das die US-Regierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 errichtete, um mutmaßliche Terroristen festzuhalten. Die Marinebasis ist aber noch größer und wesentlich älter.

Der Bürgermeister von Jacksonville schrieb auf Twitter, Rettungskräfte arbeiteten daran, das Kerosin im Wasser unter Kontrolle zu bringen. Er erklärte auch, dass das Weiße Haus nach dem Vorfall Hilfe angeboten habe.

Erinnerungen an das "Wunder vom Hudson"

Die Polizei veröffentlichte Fotos vom Ort des Geschehens mit dem Flugzeug im Wasser. Sie erinnerten an einen ähnlichen Vorfall vom Januar 2009: Damals musste nur drei Minuten nach dem Start auf dem New Yorker Flughafen La Guardia ein Airbus A320 der Gesellschaft US Airways auf dem Hudson River notlanden. Alle 155 Menschen an Bord überlebten den Sturz in die eisigen Fluten. Die meisterhafte Leistung des Piloten wurde als "Wunder vom Hudson" gefeiert - und später verfilmt.

Aktualisiert am 04.05.2019, 8:52 Uhr

(be/afp/dpa)