BMW-Gewinn bricht um ein Viertel ein

7.11.2018 10:54 Uhr

München - BMW hat im dritten Quartal zwar mehr Autos verkauft als vor einem Jahr, aber unter dem Strich ein Viertel weniger Gewinn gemacht.

Wie Mercedes-Benz und Audi machten auch den Münchnern höhere Zölle, Rückrufe und die Rabattschlacht im Zuge der Umstellung auf den neuen Verbrauchs- und Abgastest WLTP zu schaffen.

Finanzvorstand Nicolas Peter sagte am Mittwoch, die gesamte Branche sehe sich "mit anhaltenden externen Belastungen konfrontiert, die wir in Summe nicht vollständig kompensieren können". Dazu kamen noch kräftig steigende Investitionen in Elektroautos und autonomes Fahren.

Im Gegensatz zu Mercedes-Benz und Audi konnte BMW im dritten Quartal mehr Autos verkaufen und sogar den Umsatz steigern - er kletterte um 4,7 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern brach aber um 26 Prozent ein auf 1,85 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern fiel um 24 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro.

BMW bekräftigte jedoch seine - im September gesenkte - Jahresprognose: Der Konzern will mehr Autos verkaufen als im Vorjahr und damit etwas zum Spitzenreiter Mercedes-Benz aufholen. Aber der Umsatz und der Gewinn vor Steuern dürften leicht unter Vorjahr sinken, weil sich die Belastungen auch im vierten Quartal "deutlich" auswirkten.

Wegen drohender Gewährleistungsfälle stellte BMW 679 Millionen Euro zurück. Im Gegensatz zur Konkurrenz hatte der Autobauer seine Modelle frühzeitig nach dem seit September in Europa verpflichtenden Abgastest WLTP zugelassen, musste aber in Folge der "erheblichen Angebotsverwerfungen und einer unerwartet hohen Wettbewerbsintensität" Federn lassen. Dazu kamen die chinesischen Zollerhöhungen auf Autos aus den USA, wo BMW seine besonders gefragten SUV-Modelle X3, X4, X5 und X6 baut. Der starke Euro, teurere Rohstoffe und die enormen Investitionen in Zukunftstechnologien - im laufenden Jahr eine Milliarde mehr als im Vorjahr - drücken ebenfalls stark auf das Ergebnis.

Trotz des volatilen Umfelds investiere BMW kräftig und sehe die "herausfordernden Rahmenbedingungen als Chance", sagte Vorstandschef Harald Krüger. Der Aufbau der Fahrzeuge und die Produktion werde so ausgerichtet, dass Autos mit Benzin-, Diesel-, Elektro oder Hybridmotoren auf demselben Band gebaut werden könnten. So könne BMW sehr flexibel auf die aktuelle Nachfrage reagieren. Im Wachstumsmarkt China übernimmt BMW die Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Autobauer Brilliance und will drei Milliarden Euro in die Werke investieren.

ac/dpa