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Blitzbesuch von Italiens Premier Conte in Libyen

23.12.2018 19:13 Uhr

Unverhofft kommt oft - und wenn es der italienische Premierminister nach Libyen ist. Aus dem Nichts ist Giuseppe Conte von Rom nach Tripolis gereist. Hintergrund dürfte eine engere Zusammenarbeit bei der Migrationskrise sein, denn viele Asylbewerber kommen aus Libyen nach Italien.

Der italienische Premierminister Giuseppe Conte hat bei einem Blitzbesuch in Libyen die beiden wichtigsten Gegenspieler des Bürgerkriegslandes getroffen. Der Besuch in der ehemaligen italienischen Kolonie am Sonntag war der erste seit Jahren, den ein Regierungschef aus Rom in das nordafrikanische Land unternahm - und das trotz verstärkter Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in der Migrationskrise.

Dem Chef der international anerkannten sogenannten Einheitsregierung des Landes, Fajis al-Sarradsch, habe Conte in Tripolis erneut seine Unterstützung versichert, das Land zu stabilisieren und zu befrieden, berichteten italienische Medien. Nach Angaben der libyschen Regierung unterrichtete Al-Sarradsch Conte außerdem von wirtschaftlichen und sicherheitsrelevanten Reformen seiner Regierung.

Conte trifft beide Lager - Regierung und General Haftar

Im Anschluss reiste Conte nach Ostlibyen weiter, um den dort herrschenden General Chalifa Haftar zu treffen. Gegenüber dem großen Gegenspieler der Regierung in Tripolis betonte Conte, dass eine politische Lösung der Königsweg für ein Ende des Bürgerkrieges sei.

Die Regierung in Rom hatte im November bereits eine Libyenkonferenz ausgerichtet, zu der auch Haftar und Al-Sarradsch gekommen waren. Italien sieht sich besonders von dem Konflikt in dem zerrissenen Land betroffen. Über Libyen kamen in der Vergangenheit zahlreiche Migranten illegal nach Europa.

Das ölreiche Land ist seit dem mit westlicher Hilfe erreichten Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi 2011 nicht zur Ruhe gekommen. Mehrere Regierungen und zahlreiche Milizen konkurrieren um die Macht.

(ce/dpa)