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Black Friday: Darum sollten Schnäppchenjäger zuschlagen

22.11.2018 11:06 Uhr

Es ist eine der größten Rabattschlachten im deutschen Einzelhandel: Am morgigen Black Friday und am Cyber Monday drei Tage später werden die Bundesbürger wieder von zahlreichen Sonderangeboten angelockt. Dabei werden sie nach Schätzungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) rund 2,4 Milliarden Euro für Einkäufe ausgeben. Das wären noch einmal 15 Prozent mehr als im vorigen Jahr.

Verbraucher können hierbei tatsächlich profitieren. Viele Produkte sind an den Aktionstagen günstiger als in den Zeiträumen davor und danach, wie aus Berechnungen des Vergleichsportals "Check24" hervorgeht

Tablets und Kinderspielzeug deutlich billiger

Bei einer Untersuchung von mehr als 100.000 Einzelpreisen von bei Verbrauchern beliebten Weihnachtsprodukten wie etwa Tablets zeigte sich im vergangenen November demnach, dass die Preise zu den Rabatt-Tagen zurückgingen. Von Anfang Oktober bis Ende November sanken sie um 2,1 Prozent. In den Wochen danach stiegen die Preise bis zum Jahresende wieder an - um durchschnittlich 2,8 Prozent.

So verteuerten sich Tablets nach dem Black Friday und dem Cyber Monday, die im vergangenen Jahr auf den 24. und den 27. November fielen, bis zum Jahresende um 4,3 Prozent, Lego-Spielzeug wurde im Schnitt um 7,9 Prozent teurer. In diesem Jahr finden die Aktionstage am 23. und am 26. November statt.

Rabatt ist nicht gleich Rabatt

"Verbraucher, die aktuell Weihnachtsgeschenke suchen, sollten die Angebote zum 'Black Friday' und 'Cyber Monday' nutzen", riet Timm Sprenger, Geschäftsführer des Bereichs Shopping bei Check24. Auch an den Aktionstagen lohne sich aber ein Vergleich verschiedener Anbieter. "Denn nicht überall wo Rabatt draufsteht, ist auch einer drin."

Grundsätzlich raten Verbraucherschützer dazu, sich von Rabattaktionen nicht blenden oder hinreißen zu lassen und etwa Preissuchmaschinen zu verwenden. Bei Stichproben zeige sich immer wieder, dass Rabatte nicht so hoch seien wie angenommen - sie würden etwa auf die Unverbindliche Preisempfehlung (UVP) gegeben, an die sich kaum ein Händler halte.

Experte: Black Friday der neue Winterschlussverkauf

Aktionstage wie der Black Friday oder der Cyber Monday seien immer wichtiger für den Handel, ist der Marketingexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU überzeugt. "Wir haben gesättigte Märkte in Deutschland. Da braucht man solche Anlässe, damit die Leute mehr kaufen", sagt er. Der Co-Chef des Online-Möbelhändlers Home24, Marc Appelhoff, ist sich sicher: "Der Black Friday hat das Potenzial, der neue Winterschlussverkauf zu werden."

Doch ist die frühe Schnäppchenjagd nicht unumstritten. "Schon zu Beginn des wichtigen Weihnachtsgeschäfts mit Preisnachlässen um sich zu werfen, macht eigentlich keinen Sinn. Die Rabatte sollten erst am Ende der Saison kommen", urteilt Branchenkenner Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Die Händler hätten allerdings kaum eine Wahl, meint Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln: "Wer nicht mitmacht, muss befürchten, am Ende auf seinen Waren sitzenzubleiben."

(bl/dpa/afp)

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