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Bierhoff zu Hoeneß: Man muss sich an die Fakten halten

19.9.2019 16:22 Uhr

Nachdem sich die Bayern-Bosse Hoeneß und Rummenigge nun auch deutlich im Nationaltorhüter-Streit zu Wort gemeldet haben, hat DFB-Direktor Oliver Bierhoff die scharfen Angriffe gegen den Deutschen Fußball-Bund und Bundestrainer Joachim Löw deutlich zurückgewiesen.

"Die Vorwürfe überraschen mich, und ich habe dafür auch kein Verständnis. Man muss sich da schon die Fakten anschauen", sagte Bierhoff am Donnerstag dem SID.

Bayern-Präsident Hoeneß und Vorstandschef Rummenigge hatten den DFB und Löw in der Diskussion um die Nationaltorhüter Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen zuvor scharf kritisiert.

Rummenigge warf Löw in Sachen Neuer mangelnde Dankbarkeit vor, Hoeneß schimpfte über fehlende Unterstützung im Duell mit ter Stegen. Vom DFB gebe es "ständig Theater", ergänzte der Präsident: "Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler ohne Grund beschädigt werden." Stattdessen wolle der FC Bayern dem DFB "ein bisschen Feuer geben".

Bierhoff hielt dem entgegen: "Man sollte nicht vergessen, dass Jogi vor der WM in Russland bis zur letzten Sekunde auf Manu gewartet hat, der zuvor monatelang ausgefallen war."

"Eindeutige Statements der Trainer"

Neuer sei dann "entgegen einiger kritischer Stimmen die Nummer eins in Russland" gewesen und trotz Umbruchs in der DFB-Elf weiter Kapitän: "Er hat in den zwölf Länderspielen seit der WM zehnmal komplett durchgespielt. Das sind doch eindeutige und ganz entscheidende Statements der Trainer."

Konfliktpotenzial mit Blick auf die EM sieht Bierhoff nicht. Beide Torhüter seien "menschlich wie fußballerisch absolute Bereicherungen unseres Teams". Löw habe bereits "Ende letzten Jahres gesagt, dass er bis zur EM auf Manu baut, wenn nichts Außergewöhnliches passiert. Ich weiß nicht, ob man das ständig wiederholen muss, zumal Manus gerade zuletzt gezeigte Leistungen doch absolut für ihn sprechen". Dem stünden die "herausragenden Leistungen" von ter Stegen gegenüber, "der seine Einsätze bekommen wird".

Auf höchstem Level gehe es in erster Linie um Leistung, ergänzte Bierhoff, "da reicht Dankbarkeit allein als ausschlaggebendes Kriterium für eine Berufung in die Nationalmannschaft sicher nicht aus. Aber gerade Jogi Löw bringt den Spielern immer wieder höchste Wertschätzung entgegen, dafür wurde er ja auch schon kritisiert. Da hieß es dann, er halte zu lange an verdienten Spielern fest".

(be/afp)

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