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Besiktas verliert in Unterzahl bei Gazisehir

14.9.2019 21:42 Uhr, von Chris Ehrhardt

Eigentlich standen vor dem Auswärtsspiel von Besiktas Istanbul beim Aufsteiger Gazisehir Gaziantep alle Zeichen auf drei Auswärtspunkte – eigentlich. Nach einem Kartenfestival mit drei Feldverweisen, zwei davon für die Adler und einer absolut blamablen Leistung bis zehn Minuten vor Schluss hat das Team vom Dolmabahce Palast durch eine 2:3-Auswärtsniederlage quasi drei Punkte leichtfertig verschenkt. Im zweiten Abendspiel der türkischen Lig.html">Süper Lig trennten sich Antalyaspor und Kayserispor 2:2.

Viel schlechter kann ein Auswärtsspiel kaum beginnen. Besiktas war sicherlich mit großen Ambitionen auf einen Auswärtsdreier nach Gaziantep zu Gazisehir gereist und musste bereits nach sechs Minuten einen Platzverwies von Domagoj Vida und einen Elfer hinnehmen. Was war geschehen? Vida sprang wie ein Kung Fu Panda vor der Box herum und verpasste den Ball. Das wollte er ausbügeln, streckte die Hände aus und holte sich als letzter Mann das Foul ab – Rot und Strafstoß. So ungeschickt darf ein Mann mit der Erfahrung nicht zur Sache gehen. Patrick Twumasi netzte vom Punkt eiskalt und ohne Abwehrchance für Loris Karius ein – 1:0. In der 25. Minute hämmerte der gleiche Patrick Twumasi einen Ball aus rund zwanzig Metern krachend ans Gebälk der Schwarzen Adler und da hätte es dann schon 2:0 stehen können. Sieben Minuten später in 32. Minute war es dann Oguz Ceylan, der ebenso nur das Aluminium auf seine Stabilität prüfte – wieder großes Glück für Besiktas, das in der Phase quasi nicht stattfand. Mit Glück und Alu rettete man sich dann mit einem knappen Rückstand von einem Tor in die Pause.


Die Adler zerbröselten wie ein trockener Sandkuchen

Identisches Bild zu Beginn der zweiten 45 Minuten. Gazisehir im Vorwärtsgang, Besiktas nicht auf dem Feld. Das rächte sich in der 58. Minute. Olarenwaju Kayode mit der feinen Vorarbeit für Guray Vural und der erledigte das kompromisslos – 2:0. In der 75. Minute kam dann endlich noch mehr Farbe ins Spiel – und zwar durch ein Doppel-Rot für Mohamed Elneny bei Besiktas und Vorlagengeber Olarenwaju Kayode. Was war der Anlass zum Doppel-Rot? Kayode riss gegen Elneny den Arm hoch, traf ihn im Gesicht und der schlug und trat zur Revanche völlig dumm wie ein primitiver Straßenschläger in den Gegner rein. Beide Karten waren nicht nur vertretbar, sondern ein asbolutes Muss. Gazisehir hatte dann richtig Wut im Bauch und rannte weiter an. In der 79. Minute wurde die Hintermannschaft der Adler ausgespielt wie eine Schülermannschaft und der Ball lag durch Raman Chibsah im Netz – aber der Unparteiische und Kartenfan Halil Umut Meler pfiff den Treffer weg. Warum? Das wird nur er selbst gewusst haben. Der VAR schaltete sich ein, Meler prüfte und dann stand es doch 3:0 für Gazisehir Gaziantep. Damit waren die Adler durch und die Messe gelesen. Wirklich?


Der dritte Treffer schien Besiktas dann aufgeweckt zu haben und als dann in der 83. Minute plötzlich Umut Nayir aus dem Nichts (und mit einem Zuspiel aus dem Abseits) zum 1:3 traf, wirkten die Adler erstmals präsent. Nur eine Minute später dann der Doppelschlag für Besiktas – Tor in der 84. Minute zum 2:3 durch Atiba Hutchinson. Plötzlich musste es schnell gehen, denn aufgrund der Unterbrechungen beim Kartenfestival war klar, hier würde an die zehn Minuten nachgespielt. Doch anstatt eine klare Linie beizubehalten, versuchte es Besiktas so, wie es schon vorher nicht klappte: Mit der Brechstange und Gewalt, anstatt weiter Fußball zu zelebrieren. Das kam dem Aufsteiger entgegen und man brachte den mittlerweile knappen Vorsprung über die Zeit. Sollte Besiktas planen, so am Donnerstag in der Europa League gegen Slovan Bratislava aufzutreten, kann man sich die Reisekosten in die Slowakei getrost sparen und sollte das Geld lieber einem Kinderheim schenken.

Antalyaspor und Kayserispor trennen sich leistungsgerecht 2:2

Auch wenn Antalyaspor bereits in der 2. Minute durch Gustavo Blanco mit 1:0 in Führung ging, steckte Kayseri nicht auf. Und in der 44. Minute war es kurz vor der Pause Emmanuel Adebayor, der vom Punkt den Ausgleich zum 1:1 besorgte. Kurz nach der Pause gab es dann direkt wieder ein Elfpfiff, diesmal allerdings für Antalya. Serdar Özkan machte das ebenso sehr souverän und stellte auf 2:1 für Antalyaspor. Klar war aber, das Spiel hatte keinen Sieger verdient, denn beide Teams hängte sich absolut rein. Und so kam es dann glücklicherweise auch. In der 74. Spielminute konnten die Gäste aus Kayseri durch Benoit Poulain verdient ausgleichen. Dabei blieb es dann auch bis zum Schlusspfiff durch Elferfan Firat Aydinus.


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