DHA

Besiktas siegt in Unterzahl bei Fenerbahce

29.11.2020 19:38 Uhr

Den Abschluss des zehnten Spieltags in der türkischen Süper Lig bildete das Istanbul-Derby zwischen Fenerbahce und Besiktas in Kadiköy. Die Vorzeichen waren klar: Fenerbahce wollte mit einem Heimsieg wieder am Erzrivalen Galatasaray auf den zweiten Platz vorziehen und nach Punkten auf Augenhöhe mit Alanyaspor bleiben, das am Nachmittag sein Heimspiel gegen Konyaspor gewinnen konnte. Für Besiktas ging es in Kadiköy darum, mit einem "Auswärtssieg" weiter an die Tabellenspitze ranzurücken und das Meisterrennen offen zu halten. Das gelang den Adlern durch den 3:4-Auswärtssieg bei den Kanarienvögeln, was dann den vierten Tabellenplatz bedeutete. Fenerbahce bleibt hinter Alanyaspor und Galatasaray Dritter.

Besiktas machte seinen Job gerade zu Beginn der ersten Hälfte vorzüglich. Der Gegner wurde im eigenen Stadion unter Druck gesetzt und man versuchte, schnell in eine Abschlussposition zu kommen. Und das gelang sogar richtig gut. Vincent Aboubakar (4. Minute) besorgte auf Zuspiel von Cyle Larin den Führungstreffer für die Schwarzen Adler vom Dolmabahce Palast – 1:0 und das krachend in den Winkel. Da musste man sich schon die Augen reiben, so fix ging es. Doch dabei blieb es nicht, denn Aboubakar kann auch das Doppelpack – per Kopf. Das stellte Vincent Aboubakar (20. Minute) eindrucksvoll unter Beweis, als er eine Flanke von Rachid Ghezzal zum 2:0 in die Maschen setzte. Man ließ ihn beim Treffer mittig vor dem Tor völlig ungedeckt – eigentlich ein Anfängerfehler, der einem Team von Fenerbahce nie und nimmer passieren dürfte. Der Treffer wurde zwar vom VAR geprüft, aber es lang keine Abseitsposition vor.


Das Ganze ging sehr schnell in Kadiköy und war so nicht unbedingt vorhersehbar. Und Aboubakar blieb in der Sturmmitte ein ständiger Unruheherd, den die Kanarienvögel kaum zu bändigen wussten. Dem wollte Papiss Cisse nicht nachstehen. Ecke von der rechten Seite durch Jose Sosa und in der Mitte stieg Marcel Tisserand am höchsten. Sein Kopfball fand Papiss Cisse (34. Minute) und der musste nur noch den Schluffen für den Anschlusstreffer hinhalten – 1:2. Nach dem Treffer wurde augenfällig, dass die Zuspiele bei Besiktas teils sehr schlampig gespielt wurden und so aussichtsreiche Angriffe verschenkt wurden. Die Adler versuchten es mit schnellem Zuspiel und das sah recht gut aus. Auch wenn es weitere kleinere Chancen gab, blieb es bei 1:2 zur Halbzeit.


Besiktas knipste zwei Tore in Unterzahl gegen Fenerbahce

Und wer sich von der ersten Hälfte hat vom Stuhl reißen lassen, den wird die zweite Halbzeit wegfegen. Das sei vorab gesagt. Ab der 50. Minute hatte Besiktas in Kadiköy ein Problem – man war mit einem Mann weniger auf dem Feld. Cyle Larin fing sich die zweite Gelbe und musste vom Feld. Muss man pfeifen? Wenn man weiß, was nachher unverwarnt blieb, kann man darüber nachträglich nur den Kopf schütteln. Doch statt dass Fenerbahce nun den Ausgleich machen würde, war es Besiktas, das blitzsauber traf. Ecke von Souza und da war Necip Uysal (54. Minute) zur Stelle und setzte das Leder unters Quergebälk – 1:3. Fenerbahce griff nun wütend an, aber Besiktas verteidigte mit einem Mann weniger sehr geschickt. Doch irgendwann ist auch der beste Widerstand gebrochen. Es gab ein Gewusel in der Box der Adler, Lattentreffer und den Abpraller setzte Ozan Tufan (68. Minute) aus circa vier Metern in die Maschen – 2:3.


Nun blies Fenerbahce zum Sturmangriff. Dabei sollte man aber nie vergessen, dass der Gegner mit schnellen Spielern auf dem Feld steht – wenn auch in Unterzahl. Die Kanarien drückten und Besiktas lauerte auf seine Konterchance. Zwischendurch gab es an der Seitenlinie reichlich Diskussionsbedarf, da Sergen Yalcin mit einigen Schiedsrichterentscheidungen von Tugay Kaan Numanoglu nicht einverstanden war. Zur Ehrenrettung vom Trainer muss man sagen, dass der Referee auch eher "unorthodox" pfiff. In der 86. Minute schickte Yalcin Fabrice N'Sakala für Rachid Ghezzal – ein Glücksgriff. Fenerbahce griff an und Georges-Kévin Nkoudou schnappte sich die Kugel. Beim Tempogegenstoß verlud er Luiz Gustavo und flankte zwischen Hintermannschaft und Keeper in die Box. Da war N'Sakala (88. Minute) völlig frei mitgelaufen und jagte die Kugel in die Maschen – 2:4. Fener rannte weiter, aber Besiktas wackelte nicht. Dann kam die fünfte Minute der Nachspielzeit. Mame Thiam zog ab und der Ball streifte Atiba Hutchinson, der den Arm angelegt hatte. Nach einem VAR-Entscheid und einem Blick auf den Monitor pfiff Tugay Kaan Numanoglu Elfmeter für Fenerbahce – was man schon als nahezu skandalös ansehen darf. Das interessierte Ozan Tufan (90.+7 Minute) wenig und er machte den Elfer rein – 3:4. Zum Ende wurde es weiter hektisch, es gab viele Fouls, ein klares Handspiel von Keeper Altay Bayindir als letzter Mann weit außerhalb der Box blieb ungeahndet und nach elf Überminuten war es dann auch vorbei. Besiktas siegte in Kadiköy und schon sich hinter Alanyaspor, Galatasaray und Fenerbahce auf den vierten Rang.


(ce)

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