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Besiktas siegt gegen dezimiertes Genclerbirligi

27.12.2019 21:38 Uhr, von Chris Ehrhardt

Zum Auftakt des 17. und letzten Spieltages der türkischen Süper Lig vor der Winterpause standen sich in Istanbul Besiktas und Aufsteiger Genclerbirligi Ankara gegenüber. Für die Schwarzen Adler vom Dolmabahce Palast musste ein Sieg her, wollte man sich nicht komplett vom oberen Tabellendrittel verabschieden. Und die Hausherren schafften es, einen 0:1-Rückstand in einen 4:1-Heimsieg zu drehen – in Überzahl und das für rund 90 Minuten. Einen herausragenden Abend hatte dabei der Senior auf dem Feld – Atiba Hutchinson.

Das ganze Spektakel in Istanbul begann recht vielversprechend. Besiktas orientierte sich nach vorne, wo man aber die altbekannten Abschlusschwächen erkennen konnte. Das mag auch daran gelegen haben, dass Trainer Abdullah Avci auf Burak Yilmaz verzichten musste. Aufregend wurde es dann in der 11. Spielminute. Da zog Referee Firat Aydinus den gelben Karton gegen Nadir Ciftci, der als eigentlich Gefoulter von Domagoj Vida mit dem hohen Bein leicht am Kopf getroffen wurde, bevor ihm der Ball an den Oberarm sprang. Das passte dem Angreifer aus der Hauptstadt natürlich nicht und er wollte mit dem Unparteiischen diskutieren. Das stieß Aydinus sauer auf und er schickte Nadir mit Doppelgelb in Rekordzeit vom Feld – das ließ so manchen neutralen Beobachter recht sprach- bis fassungslos zurück. Der völlig unverständliche Feldverweis rechnete sich aber für die Adler zuerst nicht.


In der 24. Minute blockte Keeper Loris Karius einen Distanzschuss ab, aber da kam dann Floyd Ayite angerauscht und ließ sich nicht zweimal bitten – 0:1 in Unterzahl für die Gäste aus der Hauptstadt. Besiktas schüttelte sich einmal und sah zu, wie das Kartenfestival weiter seinen Lauf nahm. Keine zehn Minuten nach dem Treffer erhielt Aydinus einen VAR-Hinweis und zeigte in der 35. Minute nach der Inaugenscheinnahme am Videobildschirm den roten Karton – wieder gegen Genclerbirligi. Er war der Ansicht, dass Yasin Pehlivan Adem Ljajic rotwürdig foulte. Pehlivan traf natürlich seinen Gegenspieler, aber das sicherlich nicht einmal ansatzweise absichtlich und grob unsportlich. Damit stand fest, Genclerbirligi würde rund eine Stunde in Unterzahl spielen müssen. Die knappe Führung konnten sie jedoch noch in die Pause retten.

Besiktas drehte in Überzahl massiv auf

In den zweiten 45 Minuten wirkte sich die Überzahl auf dem Platz doch aus – nicht zuletzt aus dem Grund, dass Atiba Hutchinson, der im Februar 37 Jahre alt wird, seinen dritten oder vierten Frühling erlebte. In der 49. Minute chippte er einen Eckball als Verlängerung auf Domagoj Vida, der nicht nur seinem Gegenspieler vor den Kopf treten, sondern auch den Ball über die Linie bugsieren kann – 1:1. In der 60. Minute bewies Atiba ein perfektes Auge und spielte Georges-Kevin Nkoudou herrlich an und der zeigte mit einem grandiosen Lupfer, den er ansatzlos aus der Laufbewegung heraus gegen Keeper Ertac Özbir setzte, seine Klasse – 2:1. Doch damit nicht genug, denn Atiba wollte wohl mehr. In der 74. Minute spielte er Oguzhan Özyakup herausragend an und der Joker nagelte die Vorlage in die Maschen – 3:1. In der ersten Minute der Nachspielzeit durfte Atiba dann selbst ran: Caner Erkin mit der Ecke von der linken Seite, Atiba verlängerte mit dem Kopf zur Überraschung der Hintermannschaft von Ankara und das ins Netz – 4:1 und der Endstand.


Man hätte, das muss man so deutlich sagen, gespannt sein dürfen, wie das Spiel mit 11-gegen-11 gelaufen wäre. Oder was gewesen wäre, hätte Referee Aydinus auch Fouls der Hausherren ähnlich unnachgiebig geahndet. So war es am Ende aufgrund der personellen Überlegenheit eine mehr als klare Angelegenheit. Besiktas bringt das näher nach oben dran und man muss nun warten, was macht der Wettbewerb am restlichen Wochenende. Am Dolmabahce Palast wird man sicher froh sein, nun Zeit für eine Regeneration zu haben und sich dann als Team für eine bessere Rückrunde zusammen zu finden.

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