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Besiktas schießt Rizespor mit 7:2 ab

8.4.2019 21:05 Uhr, von Chris Ehrhardt

Besiktas Istanbul musste im letzten Spiel des 27. Spieltages der türkischen Süper Lig am Montagabend bei Rizespor antreten. Dabei war die Ausgangslage eigentlich recht entspannt. Rize lag sieben Punkte vor den Abstiegsrängen und Besiktas auf dem dritten Platz und das mit zehn Punkten Luft nach hinten, wo es nicht mehr um die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben geht. Doch auch auf die Tabellenspitze und Galatasaray als Tabellenzweiten sorgte der Abstand dafür, dass es eigentlich um recht wenig ging. Doch dafür, dass es hier um nichts mehr ging, war der Teufel los. Besiktas überzeugte in der zweiten Hälfte und schoss Rizespor mit 7:2 ab.

Schon bei der Startaufstellung der Schwarzen Adler werden sich Fußballbegeisterte und Fans des Klubs eher die Augen gerieben haben. Trainer Günes verzichtete wieder auf Kagawa in der Startelf. Langsam wird es mehr als unverständlich, was der Trainer da aufstellt. Trotzdem legte Besiktas los wie die Feuerwehr. In der 7. Minute versuchte es Toköz aus der Distanz, aber Keeper Gökhan Akkan lenkte das Geschoss zur Ecke. Zu der trat dann Adem Ljajic an. Er zirkelte das Runde in die Box und da schien Rizespor vergessen zu haben, Domagoj Vida eng zu decken. Der Kroate bedankte sich artig und nickte das Leder in die Maschen – 0:1. Und die Adler machten weiter Druck. Das wurde sechs Minuten später in der 14. Minute belohnt. Atiba Hutchinson sah Adem Ljajic und der schnibbelte die Kugel wunderbar ins Netz – 0:2. Würden die Adler Rize nun brachial überrollen?

Besiktas ließ Rizespor zurück ins Spiel kommen

Nach dem zweiten Treffer schlich sich bei den Adlern der Schlendrian ein. Überheblichkeit? Hier fehlte die ordnende Hand eines Kagawa, der das Spiel an sich ziehen kann. Rizespor gewann dadurch mehr und mehr Spielanteile, kam auch immer wieder gefährlich vor den Kasten von Loris Karius, der aber einen grandiosen Abend erwischt hatte und echte Kracher entschärfte. Zumindest bis zur 42. Minute. Da erwischte Fernando Boldrin den Besiktas Schlafwagen – die Hintermannschaft – eiskalt und steckte die Kugel zum freigelaufenen Vedat Muriqi durch. Der hatte das richtige Auge, lief in die Box, war frei vor Karius und ließ dem Keeper keine Chance – 1:2. So laufen erfahrungsgemäß Spiele, wenn man nicht oder nur halbherzig nachsetzt und bereits nach einer Viertelstunde meint, das Spiel wäre beendet. Mit dem knappen Vorsprung ging es dann in die Kabinen.


Obwohl Günes sah, dass sein Team nach den beiden Treffern in der Vorwärtsbewegung nicht mehr wirklich effizient stattfand, um Rize vom eigenen Kasten weg zu halten, hielt der Nationalcoach es nicht für notwendig, Änderungen vorzunehmen. Doch sein Team war auf dem Platz zumindest jetzt bemüht, an der Leistung der ersten Minuten wieder anzuknüpfen. Und das taten sie sogar mit Erfolg. In der 64. Minute sorgte Toköz mit der schönen Vorarbeit auf Burak Yilmaz, der bis zu dem Zeitpunkt nicht wirklich im Spiel war, wieder auf einen Vorsprung mit zwei Toren einstellen konnte – 1:3. Doch Rizespor schüttelte sich einmal und ging wieder in den Angriffsmodus. Den ließ Besiktas erneut zu und das rächte sich in der 70. Minute. Dario Melnjak fand Mohamed Abarhoun und der netzte humorlos ein – 2:3. Würde Besiktas nun wieder kippen?

Besiktas wie entfesselt in Rize

Doch das Tor schien die Schwarzen Adler massiv geärgert zu haben, denn im direkten Gegenzug klingelte es wieder im Kasten von Rizespor. Ljjajic bewies einmal mehr sein gutes Auge, sah Güven Yalcin und der machte in der 71. Spielminute das verdiente 2:4. War Besiktas nun satt? Nein, kein Stück! In der 78. Minute gab es einen Freistoß für Besiktas und das aus wirklich gefährlicher Position rund 20 Meter vor dem Gehäuse von Rizespor. Adem Ljajic legte sich die Kugel zurecht und versenkte das Dingen trocken im Tor von Rize – 2:5. War es das? Nein! In der 82. Minute durfte wieder Yalcin nach erstklassiger Vorarbeit von Adem Ljajic zuschlagen, der heute einen einzigartigen Tag erwischt hatte – 2:6. Nun wurde es richtig bitter für Rizespor. Denn in der 90. Minute ließ es wieder Yalcin scheppern - nur dass der Schiedsrichter es zuerst nicht sah, weil der Ball durch das Netz flutschte. Da musste in der 90. Minute der VAR darauf aufmerksam machen, dass der Ball im Netz war, aber das Netz in der ersten Hälfte nicht richtig geflickt wurde, als es schon einmal defekt war. Das Tor zählte dann, Yalcin hatte den Hattrick - 2:7. Danei blieb es dann auch.


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