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Besiktas-Coach Yalcin: "Wir weinen Karius keine Träne nach"

26.5.2020 7:26 Uhr, von Björn Lücker

Gut drei Wochen ist der Abgang von Torwart Loris Karius bei Besiktas Istanbul nun schon her. Als sportliche Schwächung empfindet Trainer Sergen Yalcin die Trennung nicht. Im Gegenteil: Im Nachhinein hat er für den Keeper nicht viel Gutes übrig. "Karius weinen wir keine Träne nach", sagte der 47-Jährige in einem Interview mit der Hürriyet.

"Karius hat uns verlassen. Jedoch trauern wir diesem Abgang nicht hinterher", erklärte Yalcin. Er sei sicher, dass die jungen und vor Ehrgeiz strotzenden Schlussmänner Utku Yuvakuran und Ersin Destanoglu Karis "sehr gut" ersetzen können. "Ich glaube fest an die Beiden und will Ihnen eine Chance geben, sich zu beweisen", so der Coach.

Von Karius habe er sich deutlich mehr versprochen, erklärte Yalcin weiter. Vor allem die Einstellung des früheren Profis vom FSV Mainz 05 habe ihm nicht gefallen. "Ein Fußballer muss eifrig sein. Leider ließ Karius in diesen Punkten zu wünschen übrig", sagte die ehemalige Besiktas-Ikone. Ob sich ausländische Spieler durch solches Nachtreten motivieren lassen, zu den Schwarzen Adlern an den Bosporus zu gehen, wird die Zukunft zeigen müssen.

Traurige Berühmtheit durch Champions-League-Patzer

Anfang Mai hatte das Management von Karius gegenüber Hürriyet.de bestätigt, dass der Keeper Besiktas nach einigen Querelen nun endgültig verlässt. Der Hauptgrund sollen ausstehende Gehälter gewesen sein, die das Management des Torwarts laut Auskunft seines Beraters mehrfach erfolglos angemahnt hatte. Karius ist nun vorerst zu seinem Stammverein FC Liverpool zurückgekehrt. Doch noch ist unklar, wo der 26-Jährige in der kommenden Saison spielt. Gerüchten zufolge ist auch ein Comeback in der Bundesliga möglich. Hertha BSC soll großes Interesse zeigen.

Karius hatte vor allem durch das Finale der Champions League mit den Reds 2018 gegen Real Madrid (1:3) traurige Berühmtheit erlangt, wo ihm gravierende Fehler unterlaufen waren, die die Niederlage der Liverpooler besiegelt hatten. Nach eigenen Angaben hatte er durch einen Schlag von Sergio Ramos eine Gehirnerschütterung erlitten, durch die sein räumliches Sehen eingeschränkt gewesen war. Anschließend wurde er an Besiktas verliehen, wo er Stammspieler war.

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