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Besetzter Uni-Campus: Hongkonger Polizei beendet Einsatz

29.11.2019 9:15 Uhr

Die Studenten sind weg, die Polizisten sind weg, jetzt geht es ans Aufräumen an der in den letzten Wochen heftig umkämpften Polytechnischen Universität in Hongkong.

Am Freitagnachmittag (Ortszeit) entfernten die Sicherheitskräfte die Absperrungen rund um das Gebäude und verließen den umkämpften Universitätscampus, wie AFP-Reporter berichteten. Der Universität stehen nun große Aufräumarbeiten in dem unter anderem mit Glasscherben und verrottetem Essen verschmutztem Hochschulgebäude bevor. "Der Campus ist immer noch unsicher und wird weiterhin geschlossen sein", verkündete die Universität in einem Brief an Studenten. Nachdem die Universität verkündet hatte, dass fast alle Demonstranten die Polytechnische Universität verlassen hätten, war die Polizei am Donnerstag auf das Hochschulgelände vorgedrungen. Der Einsatz zielte nach Angaben der Polizei hauptsächlich darauf ab, Überreste von Molotow-Cocktails, anderen Waffen und Chemikalien einzusammeln.

Umkämpftes Universitätsgelände

Das Gelände der Polytechnischen Universität hatte sich im Zuge der monatelangen Demokratie-Proteste zu einem der wichtigsten Schauplätze entwickelt. Am 17. November wurde die Polizei durch einen Hagel von Steinen und Molotow-Cocktails daran gehindert, die Barrikaden der Demonstranten zu durchbrechen.Hongkonger Demokratieaktivisten kündigten in Online-Foren unterdessen neue Proteste für Sonntag sowie einen Streik am Montag an. Am Freitag gingen bereits mehrere hundert Büroangestellte während ihrer Mittagspause zu Kundgebungen auf die Straße. Wie AFP-Reporter berichteten, verliefen die Demonstrationen zunächst friedlich.

Seit einer Woche etwas ruhiger

Seit mehr als einer Woche hat es in der chinesischen Sonderverwaltungszone keine gewaltsamen Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei mehr gegeben. Bei den Kommunalwahlen am Sonntag hatte Hongkongs Demokratiebewegung einen überwältigenden Sieg verzeichnet. Ihre Kandidaten eroberten eine große Mehrheit der Sitze in den 18 Bezirksräten. Die Beteiligung an der Kommunalwahl war so hoch wie nie zuvor. Mittlerweile nimmt die Unzufriedenheit aber wieder zu, weil die pekingtreue Regierungschefin Carrie Lam der Demokratiebewegung weiter keine Zugeständnisse gemacht hat.

(be/afp)

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