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Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlag: Untersuchungsausschluss will abgeschobenen Anis-Amri-Bekannten vernehmen

22.2.2019 15:14 Uhr

Wusste Anis Amris Bekannter mehr über die Anschlagspläne oder war er gar vor Ort? Der Untersuchungsausschuss des Bundestags will den im Februar 2017 Abgeschobenen nun als Zeugen vernehmen.

Wie heute aus dem Ausschuss verlautete, ist eine Mehrheit der Mitglieder für einen entsprechenden Beweisbeschluss. Offen ist aber noch, ob Bilal B.A. in Berlin oder im Ausland vernommen werden soll.

Der Tunesier hatte im Dezember 2016 - wenige Stunden vor dem Anschlag - mit Amri Kontakt. Im Februar 2017 wurde er direkt aus der Haft nach Tunesien abgeschoben, wo er sich vor einigen Monaten auch noch aufgehalten haben soll.

Wiedereinreisesperre für den Schengen-Raum

Gegen den Abgeschobenen sei damals eine Wiedereinreisesperre für den Schengen-Raum verhängt worden, berichtete der Ausschuss-Vorsitzende Armin Schuster (CDU). Er halte deshalb eine Befragung im Ausland für sinnvoll. Die Grünen-Obfrau im Untersuchungsausschuss, Irene Mihalic, sagte: "Die Aufklärung der Zusammenhänge mit Blick auf Planung und Durchführung des Anschlags darf nicht hintertrieben werden."

Der abgelehnte Asylbewerber Anis Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen gekapert, war damit in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gerast und hatte so zwölf Menschen getötet. Nach dem Anschlag konnte er nach Italien fliehen, wo er von der Polizei erschossen wurde.

War Bilal B. A. vor Ort?

Im Untersuchungsausschuss war am Donnerstagabend auch über Aufnahmen vom Tatort an der Gedächtniskirche gesprochen worden, auf denen angeblich Bilal B.A. zu sehen sein soll. Mehrere Mitglieder des Ausschusses erklärten, ihnen lägen keine entsprechenden Aufnahmen vor. Das Bundeskriminalamt lehnte eine Stellungnahme mit Verweis auf die Zuständigkeit des Generalbundesanwalts ab. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, es habe am Breitscheidplatz zum Zeitpunkt des Anschlags nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen "keinen weiteren Tatverdächtigen vor Ort" gegeben. Die Ermittlungen gegen Bilal B.A. sein damals "mangels eines hinreichenden Tatverdachts eingestellt worden".

(be/dpa)