Symbolbild: imago/Waldmüller

Berliner Verkehrsbetriebe wollen mit Frauenticket auf Diskriminierung hinweisen

12.3.2019 15:44 Uhr

Am 18. März zahlen Frauen in Berlin weniger für ein Nahverkehrsticket als Männer. Mit der Aktion wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf die bestehende Lohnungleichheit aufmerksam machen, wie sie am Dienstag mitteilten.

Weil Frauen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer verdienen, gibt es von der BVG am sogenannten Equal Pay Day "für einen Tag das weltweit erste Frauenticket".

5,50 statt sieben Euro

Frauen müssen an dem Tag nur 5,50 Euro statt sieben Euro für ein Tagesticket zahlen – also 21 Prozent weniger als gewöhnlich. "Es ist nicht unsere Absicht, dass sich Männer durch die Aktion diskriminiert fühlen", betonte die BVG. "Auf der anderen Seite: Wer entschuldigt sich bei den Frauen, die durchschnittlich 21 Prozent weniger verdienen?"

Nutzen Männer an dem Tag das Ticket, gelten sie nach BVG-Angaben als Schwarzfahrer. "Das ist genauso wie bei anderen ermäßigten Tickets: Wer sie nutzt, muss nachweisen, dass er dazu berechtigt ist", erklärten die Verkehrsbetriebe.

Frauen arbeiten fast 3 Monate lang ohne Gehalt

Seit Jahresbeginn bis zu diesem 18. März arbeiten Frauen theoretisch ohne Gehalt, bis sie den Männern gleichgestellt sind. Denn die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen verharrt in Deutschland auf hohem Niveau. Mit 21 Prozent belegt Deutschland EU-weit einen der hinteren Plätze.

(gi/afp)