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Berliner Ortskampf kurz vor Platzsturm

2.11.2019 22:24 Uhr

Derbys sind das Salz in der Fußball-Suppe. Doch das erste Berlin-Derby der Bundesliga zwischen Union Berlin und Hertha BSC mutierte zum Skandal-Derby. So sah Schiedsrichter Deniz Aytekin davon ab, das Spiel abzubrechen, weil schwere Ausschreitungen zu befürchten waren, wäre der Unparteiische den Schritt gegangen. Und am Ende mussten die Spieler von Union verhindern, dass vermummte Fans aus ihrem Block den Platz stürmen. Ein Derby der Schande.

Schiedsrichter Deniz Aytekin hat beim hitzigen Bundesliga-Derby zwischen Union Berlin und Hertha BSC (1:0) wegen möglicher schwerer Ausschreitungen von einem Abbruch abgesehen. "Wahrscheinlich ist das die Einschätzung der Polizei und der Verantwortlichen", sagte der Referee nach der Partie am Samstag, die wegen zahlreich auf das Feld abgefeuerter Pyro-Geschosse unterbrochen worden war und zeitweise vor dem Abbruch stand. Aytekin erklärte nach der Partie, er sei über den vierten Offiziellen in Kontakt mit der Polizei gewesen, die im Falle eines vorzeitigen Endes Chaos befürchtete. "Deswegen haben wir Schiedsrichter die Verantwortung, das Spiel vernünftig zu Ende zu bringen", sagte der 41-Jährige.

Platzsturm von vermummten Union-Anhängern verhindert

Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit hatten beide Fanlager massiv Pyrotechnik gezündet, aus dem Hertha-Block war eine Rakete gar nah an die Union-Bank geflogen. Aytekin hatte die Partie daraufhin unterbrochen und die Mannschaften rund drei Minuten lang in die Kabinen geschickt. "Ich hoffe, dass es nie passiert, dass es soweit kommen muss, dass ein Spieler oder Verantwortlicher getroffen wird. Das hat mit Fußball dann nichts mehr zu tun", sagte Aytekin. Nach der Partie schossen Hertha-Anhänger Leuchtgeschosse auf das Feld und in die Union-Fanblöcke. Derweil waren aus dem Block der Köpenicker vermummte Fans auf das Spielfeld gestürmt, Union-Spieler wirkten deeskalierend ein.

Nach dem ersten Berliner Bundesliga-Derby haben Fans beider Mannschaften für unschöne Szenen im Stadion gesorgt. Hertha-Anhänger feuerten nach der 0:1-Niederlage Raketen auf den Rasen und den gegnerischen Block. Union-Spieler um Torwart Rafal Gikiewicz verhinderten wiederum einen Platzsturm von vermummten Fans aus dem Heimbereich. Die Partie in dem mit 22.012 Zuschauern ausverkauften Stadion an der Alten Försterei war nach dem Abbrennen zahlreicher Pyro-Fackeln in beiden Fanblöcken und mehrerer abgefeuerter Leuchtraketen aus dem Hertha-Fanlager in der zweiten Halbzeit für mehrere Minuten unterbrochen worden.

(ce/dpa/afp)

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