dpa

Bergungsarbeiten nach Kleinflugzeugabsturz

1.4.2019 12:38 Uhr

Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs aus Cannes in einem Spargelfeld in Südhessen mit drei Toten vermutlich russicher Herkunft, sind Experten aus Moskau zur Unglücksstelle gereist

Sie sollten dort noch am Montag eintreffen, um den deutschen Kollegen bei der Suche nach der Absturzursache zu helfen.

Das sagte der stellvertretende Leiter des russischen Zwischenstaatlichen Luftverkehrskomitees (MAK), Sergej Sajko, der Agentur Tass in Moskau. Laut Polizei waren mindestens zwei der Opfer russische Staatsangehörige.

Bergung der Leichen

An der Absturzstelle begann in der Zwischenzeit die Bergung der Leichen. In der Nacht sei dies wegen der Dunkelheit nicht möglich gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Kriminaltechniker und Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in weißen Schutzanzügen vermaßen die Absturzstelle und fotografierten das Wrack.

"Der Staat, dessen Flugzeug abgestürzt ist, ist immer an der Zusammensetzung der Untersuchungskommission beteiligt", sagte Sajko. "Sollte es notwendig sein, sind wir bereit, beratend zu helfen und Hilfe zu leisten bei der Auswertung der Flugschreiber, sollten diese gefunden werden." Nach Darstellung des MAK in Moskau waren Flugschreiber bei dem abgestürzten Flugzeugtyp des Herstellers Epic nicht zwingend vorgeschrieben. Es sei unklar, ob es in der Maschine einen Flugschreiber gegeben habe.

Eine der reichsten Frauen Russlands unter den Todesopfern

Bei dem Absturz war unter anderem die prominente russische Geschäftsfrau Natalija Filjowa ums Leben gekommen. Die Miteigentümerin der S7-Fluggesellschaft starb im Alter von 55 Jahren, wie das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Filjowa galt als eine der reichsten Frauen Russlands. Sie war russischen Medien zufolge mit ihrem Vater an Bord. Auch der Pilot starb bei dem Absturz. Er soll nach Informationen Moskauer Medien ebenfalls russischer Herkunft sein.

Die Maschine war am Sonntagnachmittag bei frühlingshaftem Wetter in ein Spargelfeld bei Erzhausen - zwischen Frankfurt/Main und Darmstadt - gestürzt und sofort ausgebrannt. Warum sie abstürzte, ist unklar. Das Kleinflugzeug mit sechs Sitzen war nach Angaben der Deutschen Flugsicherung im französischen Cannes gestartet. Wenige Minuten vor dem Absturz habe sich der Pilot bei der Deutschen Flugsicherung abgemeldet, um sich beim Tower des Flugplatzes Egelsbach für die Landung anzumelden. Bei der Maschine handelt es sich um ein Flugzeug vom Typ Epic E1000.

Tragischer Unfall auf dem Weg zur Unglücksstelle

Tragisch war auch, dass es kurz nach dem Flugzeugunglück zu einem weiteren schweren Unfall kam. Ein Streifenwagen, der unterwegs zur Absturzstelle war, wurde frontal von einem entgegenkommenden Auto erfasst. Dessen Fahrer hatte nach ersten Erkenntnissen bei einem Überholmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren - es geriet auf die Gegenspur und prallte dort mit dem Streifenwagen zusammen. Der 24-jährige mutmaßliche Unfallverursacher und eine 22 Jahre alte Frau starben, drei Polizisten wurden schwer verletzt.

(be/dpa)