Hürriyet

Berg-Karabach: Erdogan drängt Putin auf Öffnung des Überwachungs-Zentrums

25.11.2020 13:04 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erwartet von Russland, dass das gemeinsame Überwachungs-Zentrum in der Konflikt-Region Berg-Karabach schon bald errichtet wird und dann schnell in Betrieb geht. Das sagte der 66-Jährige seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in einem Telefongespräch. "Nur so kann der Frieden dauerhaft eingehalten und für Stabilität gesorgt werden", hieß es in einer Regierungserklärung.

Die Türkei und Russland haben ein gemeinsames Abkommen unterzeichnet, wonach ein Zentrum zur Überwachung der Waffenruhe zwischen Aserbaidschan und Armenien entstehen soll. Das Zentrum soll auf aserbaidschanischem Gebiet angesiedelt werden.

Waffenruhe nach russischer Vermittlung

Im Krieg um Berg-Karabach war vor gut zwei Wochen unter Vermittlung Putins eine Waffenruhe zwischen Aserbaidschan und Armenien zustande gekommen. Kernpunkt der Vereinbarung ist die Entsendung von russischen Friedenssoldaten, zudem gibt es territoriale Zugeständnisse. Ein Großteil der rund 2000 russischen Soldaten ist bereits in der Region verteilt.

Der Konflikt um Berg-Karabach ist schon Jahrzehnte alt. Aserbaidschan hatte in einem Krieg mit Armenien nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145.000 Bewohnern verloren. Seit 1994 galt ein brüchiger Frieden, zuletzt war der Konflikt vor der nun geltenden Waffenruhe wieder aufgeflammt. Aserbaidschan beruft sich auf das Völkerrecht und sucht immer wieder die Unterstützung von seinem "Bruderstaat" Türkei. Armenien wiederum setzt auf Russland als Schutzmacht.

(mb)

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