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Benedikt gegen Aufweichung des Zölibats

13.1.2020 23:36 Uhr

Erneut hat sich der emeritierte Papst Benedikt aus dem Ruhestand zu einem heiklen Thema in der katholischen Kirche zu Wort gemeldet und sich gegen eine Aufweichung des Zölibats ausgesprochen. In einem Buch spricht er gemeinsam mit dem konservativen Kardinal Robert Sarah von einer "dunklen Zeit", die das Priestertum durchschreite, wie es in einer Mitteilung des Verlags Ignatius Press heißt.

"Ich glaube, dass der Zölibat eine große Bedeutung hat", schreibt der 92 Jahre alte Benedikt nach Angaben der französischen Zeitung "Le Figaro", die vorab einen Auszug veröffentlichte. Das Buch mit dem Titel "Des profondeurs de nos cœurs" soll am Mittwoch zuerst in Frankreich erscheinen - am 20. Januar dann auf Englisch. Zölibat bedeutet die Ehelosigkeit von Priestern.

Benedikt lebt zurückgezogen

Benedikt war vor sieben Jahren zurückgetreten und lebt eigentlich zurückgezogen in einem Kloster im Vatikan. Allerdings sorgt er immer wieder mit Wortmeldungen für Aufsehen. So schrieb er zum Beispiel nach Franziskus' Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan im vergangenen Jahr, dass die 68er-Revolution einer der Auslöser für Pädophilie war.

Bei der letzten Bischofssynode im Vatikan im Herbst ging es unter anderem um die Frage, ob Priester in Ausnahmefällen in der Amazonas-Region auch verheiratet sein können. Dafür hatte sich die Mehrzahl der Teilnehmer ausgesprochen, um den extremen Priestermangel in der lateinamerikanischen Region zu bekämpfen. Kritiker sahen das als Einfallstor, den Zölibat ganz abzuschaffen.

Franziskus hat das immer wieder zurückgewiesen. Er will in Kürze ein postsynodales Schreiben zur Synode veröffentlichen. Umso bemerkenswerter, dass sich Benedikt nun noch vor dieser Veröffentlichung des Pontifex' dazu äußert.

(an/dpa)

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