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Ben-Hatira auch im Ansaar-Ermittlungsfokus

12.4.2019 10:21 Uhr

Im Zuge der weitreichenden Ermittlungen, Durchsuchungen und Razzien gegen das mutmaßliche Salafistennetzwerk "Ansaar" wurden neben Geschäftsräumlichkeiten oder Wohnungen von Offiziellen auch Räumlichkeiten des ehemaligen Bundesligaprofis Änis Ben-Hatira durchsucht. Der gebürtige Berliner spielte beim Hamburger SV, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC, MSV Duisburg und bei den Lilien von Darmstadt 98. Aktuell kickt er für Honved Budapest in Ungarn. Sein Engagement bei den Darmstädtern wurden wegen seiner Spenden an "Ansaar International" im Januar 2017 "in gegenseitigem Einvernehmen" aufgelöst.

Die Wohnung des ehemaligen Bundesligaprofis Änis Ben-Hatira ist am Mittwoch im Rahmen einer Razzia gegen ein mutmaßliches deutschlandweit aktives Salafistennetzwerk durchsucht worden. "Ich finde es stillos, dass man mich mit Sachen in Verbindung bringt, von denen ich mich klar distanziert habe – von jeglicher Form der Radikalisierung und des Terrorismus", sagte der frühere tunesische Fußball-Nationalspieler dem Nachrichtenportal t-online.de.

Änis Ben-Hatira ist sich keiner Schuld bewusst

Im Mittelpunkt der Aktion standen die in Nordrhein-Westfalen ansässigen Vereine Ansaar International, mit dem Ben-Hatira in der Vergangenheit bei mehreren Hilfsprojekten kooperiert haben soll, und WWR Help. Das teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Hintergrund war demnach der Verdacht, dass das Netzwerk die radikalislamische Palästinensergruppe Hamas finanziell und propagandistisch unterstützt.

"Ich habe nichts zu verstecken und nichts zu verbergen. Jeder ist bei mir willkommen. Das nächste Mal können sie ruhig warten bis ich in Berlin bin. Dann öffne ich gerne selber die Tür", sagte Ben-Hatira. Knapp 800 Polizisten hatten am Morgen zeitgleich rund 90 Objekte in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein durchsucht.

Im Internet gab es jüngst einen kurzen verbalen Schlagabtausch zwischen Ben-Hatira sowie dem Journalisten und Autoren Tobias Huch, ehemaliger Vorsitzender der Jungen Liberalen (FDP) Rheinhessen-Vorderpfalz. Der Journalist Huch konfrontierte den Ex-Kicker mit einer Reihe von Seiten, die er via Facebook gelikt habe und die sich nahtlos mit "Ansaar" in einer Reihe nennen lassen könnten, wenn es um Extremismus geht. In der Folge wurde wohl die öffentliche Sichtbarkeit der präferierten Seiten des ehemaligen Bundesligaprofis deaktiviert.

(afp)