dpa

Belgien und fast ganz Frankreich nun Corona-Risikogebiete

2.10.2020 22:53 Uhr

Die Bundesregierung hat ganz Belgien, Island und einzelne Regionen in neun weiteren europäischen Ländern wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste, auf der nun mit Wales und Nordirland erstmals auch Gebiete Großbritanniens stehen.

In Frankreich kamen die Regionen Pays de la Loire und Burgund (Bourgogne) hinzu. Damit ist im größten Nachbarland Deutschlands nur noch die einst besonders stark von der Pandemie betroffene Grenzregion Grand Est von der Einstufung als Risikogebiet ausgenommen.

Auch Litauen und Estland betroffen

In Belgien war zuletzt nur die Hauptstadt Brüssel als Risikogebiet geführt worden. Die Ausweitung auf das ganze Land betrifft nun auch Grenzregionen zu Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Erstmals nahm die Bundesregierung Gebiete in den beiden baltischen Staaten Litauen und Estland auf die Risikoliste. Außerdem kamen Regionen in Irland, Kroatien, Slowenien, Ungarn und Rumänien hinzu.

Für alle neuen Risikogebiete in Europa sprach das Auswärtige Amt Reisewarnungen für Touristen aus. Sie sind zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für den Urlauber: Er kann eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn sein Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen sich testen lassen und in Quarantäne, bis das Ergebnis da ist. Ab 15. Oktober soll der Test frühestens fünf Tage nach Rückkehr erfolgen. Das kann dann insgesamt eine knappe Woche Quarantäne bedeuten.

Entscheidung sorgt für Unverständnis

In der belgischen Grenzregion zu Deutschland sorgte die Entscheidung der Bundesregierung daher für Unverständnis. "Der europäische Alltag hier in der Grenzregion wurde massiv eingeschränkt", sagte der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft, Oliver Paasch. Die "europäische Selbstverständlichkeit" sei eingegrenzt worden. Man fühle sich in die "unselige Zeit" zwischen März und Mitte Juni zurückversetzt.

Für Berufspendler, aber auch für private Kurzbesuche etwa zum Einkaufen sind allerdings Ausnahmen von der Quarantäne vorgesehen. "Für Ein- und Ausreisen aus Risikogebieten wird es einheitliche Regelungen in ganz Deutschland geben", betonte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Dies sehe die neue Verordnung des Bundes für die Quarantäneregelungen vor.

(bl/dpa)

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