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Bei der Integration von Zuwanderern gibt es Fortschritte in Arbeit und Bildung

16.1.2019 14:51 Uhr

Eine Studie von OECD und EU hat ergeben, dass sich die Integration von Zuwanderern in Arbeitsmarkt und Bildung im letzten Jahrzehnt deutlich verbessert hat.

So stieg die Beschäftigungsquote der im Ausland geborenen Zuwanderer zwischen 2006 und 2017 um 7,9 Punkte auf mehr als 67 Prozent, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung hervorgeht. Die Arbeitslosenquote der im Ausland Geborenen hat sich demnach in dem Zeitraum mehr als halbiert und lag im vergangenen Jahr bei 6,9 Prozent.

Fortschritte in den Schulleistungen

Zudem zeigt die Studie erhebliche Fortschritte bei den Schulleistungen von in Deutschland geborenen Kindern Zugewanderter. So verbesserte sich die Lesekompetenz der 15-jährigen Schüler zwischen 2006 und 2015 um 50 Punkte nach einer für die Pisa-Studie verwendeten Skala. Bei den im Inland geborenen Jugendlichen mit in Deutschland geborenen Eltern verbesserte sich dieser Wert nur um 17 Punkte.

Zudem sei der Anteil der 15- bis 34-jährigen Migrantenkinder, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind, mit zehn Prozent so niedrig wie in keinem anderen EU-Land, heißt es in der Studie mit dem Titel "Zusammen wachsen: Integration von Zuwanderern: OECD-EU-Indikatoren 2018".

Aber: Zahl niedrigqualifizierter Zuwanderer problematisch

Der Untersuchung zufolge ist allerdings die nach wie vor hohe Zahl der niedrigqualifizierten Zuwanderer problematisch. So werden 35 Prozent der im Ausland Geborenen zwischen 15 und 64 Jahren als niedrig qualifiziert eingestuft, haben also weder die Fachhochschulreife noch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bei den im Inland geborenen Menschen liegt dieser Anteil bei zehn Prozent.

Auch unter den Kindern der Zuwanderer ist der Anteil Geringqualifizierter hoch: Rund ein Viertel von ihnen hat weder Abitur noch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Hier liegt Deutschland deutlich über dem EU- und OECD-Durchschnitt. Auffällig ist ferner, dass nur 8,5 Prozent der in Deutschland geborenen Migrantenkinder im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, wie aus der Studie hervorgeht. Bei den 15- bis 34-Jährigen ohne Migrationshintergrund beträgt der Anteil hier mehr als 17 Prozent.

Laut der Studie leben in Deutschland fast 13 Millionen Zuwanderer, das sind 16 Prozent der Bevölkerung. Weitere acht Prozent sind in Deutschland geborene Kinder von Migranten. Dabei lebt mit fast 70 Prozent der Großteil von ihnen seit mehr als zehn Jahren in Deutschland.

Positiver Trend

Insgesamt sei der Trend bei der Integration von Zuwanderern in Deutschland positiv, sagte der Migrationsexperte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Thomas Liebig, bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Dennoch gebe es "Handlungsbedarf vor allem bei den Geringqualifizierten, Frauen sowie Kindern von niedrigqualifizierten Zuwanderern".

Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), mahnte weitere Anstrengungen an. So müsse es Verbesserungen bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen geben, zudem müssten Frauen gestärkt werden, damit sie ihre Rechte besser wahrnehmen könnten, sagte Widmann-Mauz.

(be/afp)