afp

Behörden schließen AFP-Journalisten in Peking aus

6.9.2019 14:33 Uhr

Während einer gemeinsamen Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Chinas Staatschef Xi Jinping wurde mehreren ausländischen Journalisten durch chinesische Behörden der Zugang verwehrt.

Auch einem in Peking als Auslandskorrespondent akkreditierten AFP-Journalisten wurde die Genehmigung zum Besuch von Merkels Pressekonferenz am Freitag verweigert. Dies stand in direktem Widerspruch zur Darstellung der Bundesregierung, derzufolge keine Journalisten von der Pressekonferenz ausgeschlossen worden seien. Die chinesischen Behörden begründeten ihre Absage an den AFP-Korrespondenten mit Kapazitätsproblemen: Die Kanzlerin habe eine große Journalistendelegation aus Deutschland mitgebracht. Die Zulassungsbeschränkungen für die Berichterstattung über Merkels Besuch waren nach Einschätzung des Pekinger AFP-Büros ungewöhnlich streng. Die Erfahrung des AFP-Korrespondenten widersprach klar den Angaben der Bundesregierung.

"Irritationen" ausgeräumt?

Vizeregierungssprecherin Martina Fietz erklärte in Berlin, es habe zunächst "Irritationen" wegen des Ausschlusses von Journalisten gegeben, "die konnten aber alle ausgeräumt werden, so dass keine Journalisten ausgeschlossen wurden". Dies sei eine Information, die sie "aus China übermittelt bekommen" habe, sagte Fietz. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) wertete den Vorfall als "diplomatische Posse". Die Gastgeber hätten zunächst nur chinesische Journalisten und die mitreisenden deutschen Berichterstatter zu der Pressekonferenz zugelassen. Nach "langen Verhandlungen" hätten die chinesischen Behörden doch noch weitere Zulassungen ausgestellt - allerdings nur vier. "Kritik wird in China nicht gern gesehen", erklärte der DJV. "Womöglich ist das der Grund für die verweigerten Einladungen an die Korrespondenten."

(be/afp)

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