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Behörden liefern Drogenboss "Jaguar" an die USA aus

30.5.2019 8:40 Uhr

"El Chapo" ist hinter Gittern, doch das Sinaloa-Kartell operiert weiter. Nun wurde ein weiterer Drogenboss des Kartells gefasst und von mexikanischen Behörden an die USA überstellt. Wie das US-Justizministerium am Dienstag mitteilte, werden José Antonio Torres Marrufo, alias "Jaguar", schwerste Gewaltverbrechen vorgeworfen.

Er gilt als eine der führenden Figuren des Sinaloa-Kartells. Dessen früherer Boss Joaquín "El Chapo" Guzmán war im Februar in einem Mammutprozess in New York in allen Anklagepunkten für schuldig befunden worden und muss nun lebenslang hinter Gitter.

Entführung, Folter, Mord

Das Sinaloa-Kartell gilt als das mächtigste Drogenkartell in Mexiko und soll in großen Mengen Kokain, Marihuana und andere Drogen in die USA schmuggeln. Torres Marrufo war der Mitteilung zufolge schon im April 2012 zusammen mit Guzmán und anderen Kartellangehörigen in den USA angeklagt worden. Er sollte noch am Mittwoch vor einem Bundesgericht in El Paso (Texas) erscheinen.

Ihm wird vorgeworfen, im September 2009 die Entführung und Ermordung eines Mannes aus Texas veranlasst zu haben. Das Kartell machte diesen für den Verlust einer Ladung von rund 300 Kilo Marihuana verantwortlich, die von der US-Grenzpolizei beschlagnahmt worden war. Der verstümmelte Körper des Mannes wurde in der mexikanischen Grenzstadt Juárez entdeckt. Im Mai 2010 wurden laut Anklage bei einer Hochzeitsfeier in Ciudad Juárez auf Befehl Marrufos der Bräutigam - ein US-Bürger -, dessen Bruder und dessen Onkel entführt, gefoltert und ermordet.

(Bild von einer früheren Verhaftung Marrufos, 2012, Anm. d. Redaktion)

(be/dpa)