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Bayern rumpelt sich gegen Bochum ins Achtelfinale

29.10.2019 22:08 Uhr

Da ist der Kelch des Ausscheidens haarscharf am FC Bayern München und Trainer Niko Kovac vorbeigeschrammt. Beim Zweitligisten VfL Bochum lag der Rekordmeister und Rekordpokalsieger bis zur 83. Minute nach einem Eigentor von Alphonso Davies in der 36. Minute hinten und konnte das Ausscheiden förmlich riechen. Das hätte sicherlich für reichlich Feuer unter dem Dach gesorgt und wieder eine Trainerdiskussion losgetreten. Serge Gnabry und Thomas Müller bewahrten den Double-Gewinner des Vorjahres mit ihren späten Treffern vor der Blamage und Kovac vor medialen Störfeuern.

Kovac ließ den Bochumer Jungen Leon Goretzka erwartungsgemäß gegen dessen Ex-Verein spielen - er überraschte aber mit einer anderen Personalie: Lewandowski, heißester Schütze der Bundesliga, wurde wie Thomas Müller und Philippe Coutinho zunächst geschont. Gnabry begann im Sturmzentrum. Der VfL hat nur eines seiner elf Ligaspiele gewonnen, und nach 44 Sekunden sahen die Fans, warum: Nach Hereingabe von links trat Simon Zoller freistehend aus elf Metern über den Ball. Die erste Riesenchance, den Favoriten eiskalt zu erwischen, war vergeben.

Bayern agierte in Bochum lange sehr umständlich

Die Bayern kamen danach schwerfällig ins Spiel, wirkten eigentümlich lahm und produzierten viele Fehlpässe, die Abstimmung in der Abwehr passte nicht. Besonders Thiago spielte oft zu lässig. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge diskutierten das Spiel auf der Ehrentribüne mit wachsender Intensität und Unruhe.

Die Strafe für das arg schludrige Bayern-Spiel folgte, als Davies zum Pechvogel wurde. Der junge Kanadier konnte allerdings am wenigsten dafür, er war schmählich im Stich gelassen worden. Zuvor hatten sich Kingsley Coman (15.) und Corentin Tolisso (16./31.) immerhin mal recht gefährlich dem Bochumer Tor genähert.

Sensation perfekt: Kein Tor von Lewandowski

Kovac reagierte in der Pause und brachte: Lewandowski. Doch weiter flogen lange Pässe von Jerome Boateng ins Aus, hatte Tolisso einen sehr schlimmen Tag, war selbst der zuverlässige Joshua Kimmich ein Unsicherheitsfaktor. Kovac wechselte Coutinho für Goretzka ein, der aber noch der beste Bayern-Spieler gewesen war. Die Bayern hatten keine Chancen mehr, bis Lewandowski den Ball neben das Tor köpfte (69.). Das letzte Anrennen gab es erst in der Schlussphase.

Bochum verteidigte diszipliniert und hatte erstaunlich wenig Mühe, Pässe und Flanken zu verhindern. Die wenigen Konterchancen allerdings ließ der zweimalige Pokalfinalist (1968 und 1988) lange fahrlässig liegen. Es war ein Kampf um jeden Meter, teilweise standen zehn VfL-Profis am eigenen Strafraum. Blum hätte Bayern-Torwart Manuel Neuer fast noch mit einem Schuss von hinter der Mittellinie erwischt (80.).

(ce/afp)

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