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Bayern gibt sich gegen Stuttgart keine Blöße

27.1.2019 18:13 Uhr

Man merkte beim Heimspiel des FC Bayern München gegen den abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart schnell sehr deutlich, dass den Bayern die Rolle des Nachlegens nicht so schmeckt. Ein Sieg musste her, um den Anschluss an Tabellenführer Borussia Dortmund zu halten und das schien den FC Bayern trotz Führung teilweise zu "lähmen". Das am Ende standesgemäße 4:1 gegen die Schwaben stand lange Zeit auf der Kippe. Was wäre wohl gewesen, wenn Gonzales zur VfB-Führung getroffen hätte?

Thomas Müller streckte mit einem Lächeln den Daumen nach oben, Trainer Niko Kovac klatschte erleichtert seine Spieler ab. Erst mit mehr Mühe als erwartet, am Ende aber doch noch in überzeugender Manier setzte Bayern München seine Aufholjagd fort. "Es ist eine ungewohnte Rolle, dass wir als Zweiter hinterherrennen", sagte Nationalspieler Leon Goretzka nach dem 4:1 (1:1) gegen den krisengeplagten VfB Stuttgart bei Sky, "wir werden unermüdlich weitermachen."

Mit dem siebten Sieg in Folge hält der Fußball-Rekordmeister den Druck auf Spitzenreiter Borussia Dortmund aufrecht. Der Abstand zum BVB, der sich auch am Samstag beim 5:1 gegen Hannover 96 keine Blöße gegeben hatte, beträgt nach wie vor sechs Punkte - noch kein Grund für eine Münchner Kampfansage. "Wir werden versuchen, unsere Spiele zu gewinnen", sagte Goretzka, "dann schauen wir, was geht."

Für den VfB Stuttgart wird es langsam eng

Für den VfB bleibt die Lage im Abstiegskampf kritisch. Für die Schwaben war es die vierte Niederlage in Folge, bereits die neunte im zwölften Spiel unter Trainer Markus Weinzierl. "Wenn du hier was mitnehmen willst, muss alles passen. Das war leider nicht der Fall", sagte VfB-Kapitän Christian Gentner, "es waren positive Dinge dabei, die müssen wir beibehalten, weil die Situation natürlich sehr schwierig ist."

Kabak und Zieler gegen Lewandowski - Quelle: <span>imago/Avanti
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Der Rekordneuzugang beim VfB, Ozan Kabak von Galatasaray Istanbul, machte seine Sache sehr ordentlich. Gut, er musste etwas enger an Goretzka stehen, aber woher soll er das wissen, wie gefährlich der Ex-Schalker ist? Beim ersten Treffer der Bayern wäre es ihm fast noch gelungen, den Schuss von Thiago zu verteidigen. Aber das Geschoss war am Ende doch zu präzise.

Blitzstart der Bayern und dann kam der Leerlauf

Die Bayern erwischten einen Blitzstart und gingen bereits in der fünften Minute durch Thiago in Führung. Anastasios Donis (26.) glich mit einem gefühlvollen Schlenzer überraschend aus. In der 55. Minute benötigten die Bayern die Hilfe des VfB zum 2:1: Gentner fälschte einen Schuss des zur Pause eingewechselten Serge Gnabry ins eigene Tor ab. Goretzka gelang das 3:1 (71.), Robert Lewandowski setzte den Schlusspunkt (85.).

In der 65. Minute hatte der polnische Torjäger noch einen Foulelfmeter an den Pfosten gesetzt. Die Bayern zeigten nicht nur in dieser Szene Schwächen. Immerhin verhinderten sie eine weitere Heimblamage wie in der Hinrunde gegen den FC Augsburg (1:1), SC Freiburg (1:1) und Fortuna Düsseldorf (3:3) am Ende aber deutlich.

Dennoch war Goretzka "nicht ganz" zufrieden. "Wir haben einen Gang runter geschaltet wie so oft in dieser Saison", klagte der Ex-Schalker, sah aber Fortschritte gegenüber der Hinrunde: "Wir haben in der zweiten Halbzeit die richtige Reaktion gezeigt und noch deutlich gewonnen."

Davies wie Kabak mit seinem Debüt in der Bundesliga

Kovac vertraute der Mannschaft, die zum Rückrundenstart bei der TSG Hoffenheim 3:1 gewonnen hatte. Beim VfB feierte der von Galatasaray Istanbul für elf Millionen Euro verpflichtete Ozan Kabak sein Debüt in der Innenverteidigung. Im Sturm verzichtete Weinzierl auf Torjäger Mario Gomez.

Dies fiel erst einmal kaum ins Gewicht, denn der VfB geriet gleich mächtig unter Druck. Und schon früh war der Plan von Weinzierl, möglichst lange die Null zu halten, Makulatur.

Die Bayern bauten die bis dahin harmlosen Stuttgarter aber nach gut 15 Minuten mit ihrer nachlässigen Spielweise auf. Nachdem Nicolas Gonzalez (23.) das Ziel noch verfehlt hatte, zirkelte Donis den Ball unhaltbar für Manuel Neuer neben den Pfosten.

Nach dem Wechsel reagierte Kovac und verstärkte mit der Hereinnahme von Gnabry für Javi Martinez die Offensive. Die Bayern drängten den VfB nun zurück, hatten bei der erneuten Führung aber Glück - genauso wie beim Pfostentreffer von Gonzalez (64.). Kurz vor Schluss kam auch noch Neuzugang Alphonso Davies zu seinem Bundesliga-Debüt.

(ce/afp)