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Bayern droht ein Schneechaos

5.1.2019 13:28 Uhr

Im Winter schneit es auch. Das ist weder neu, noch schockierend. Bisher war Deutschland vom Wintereinbruch weitgehend verschont geblieben. Doch nun sieht es so aus, als würde es doch winterlich. Und das nicht zu knapp. Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee werden selbst bis in die tieferen Lagen von Bayern erwartet. In Höhenlagen darf es dann auch mal bis zu einem Meter an Neuschnee sein.

Andauernde Schneefälle haben vor allem den südlichen Teil Bayerns in eine Winterlandschaft verwandelt. Für den Alpenrand und den Bayerischen Wald gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Unwetterwarnung heraus: Es wurden weiterhin heftige Schneefälle und auch Schneeverwehungen erwartet.

Am Münchner Airport sind am Samstag 90 Flüge ausgefallen - das sind rund zehn Prozent aller Zu- und Abgänge. "Zudem sind etliche Flüge verspätet", sagte eine Sprecherin. Regulär sind für den Samstag etwa 850 Starts und Landungen vorgesehen. Weil sich die Verspätungen häuften, hätten sich einige Airlines für die Stornierung einzelner Verbindungen entschieden.

Bis Montag könnte es auch in tieferen Lagen bis zu 50 Zentimeter Neuschnee geben, in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen sogar bis zu einem Meter. In den Bergen herrschte verbreitet große Lawinengefahr. Auch im Schwarzwald und auf der Alb erwartete der DWD zeitweise kräftigen Schneefall.

Das befürchtete Chaos ist bisher auf den Straßen ausgeblieben

Auf den Straßen und Schienen blieb es bis zum Samstagvormittag weitgehend ruhig. "Es ist Winter. Es schneit. Etwas Dramatisches ist bisher nicht passiert", sagte ein Sprecher des Lagezentrums in München. Autofahrer hatten sich offenbar auf den Schnee eingestellt; Chaos auf den Straßen blieb vorerst aus.

"Wir haben bisher rund 25 Unfälle wegen glatter Straßen", sagte eine Sprecherin der Polizei Oberbayern Süd am Morgen. In Oberfranken rutschten auf der schneeglatten A9 mehrere Lastwagen in die Leitplanke. Zeitweise ging es auf verschneiten Straßen nur im Schritttempo voran.

In Baden-Württemberg rutschte auf der A81 bei Villingen-Schwenningen ein Lastwagen in die Leitplanke. Der Lkw kam quer auf der Autobahn zum Stehen. Nach ersten Angaben wurde der Fahrer leicht verletzt.

Die Bahn in Bayern meldete zunächst keine größeren Störungen. "Insgesamt läuft der Verkehr stabil", sagte ein Sprecher. Auf ihrer Internetseite rief die Bahn ihre Fahrgäste auf, sich vor Reiseantritt über die Verbindungen zu informieren, etwa im Internet. Auswirkungen des Schnees auf den Bahnverkehr seien "nicht ausgeschlossen".

Dem DWD zufolge könnte auch der Wind am Samstag Teilen Deutschlands zu schaffen machen. Die Meteorologen sagten steife bis stürmische Böen für die Nordseeregion, fürs Bergland und für Teile Süddeutschlands voraus. In Gipfellagen einiger Mittelgebirge und der Alpen seien Sturmböen möglich.

Für den Norden und Nordosten Deutschlands erwartete der DWD am Samstag kaum Regen, gelegentlich Wolkenlücken. Sonst sollte es stark bewölkt oder bedeckt und verbreitet regnerisch sein.

(ce/dpa)