DHA

Bauarbeiten am Salda-See in der Türkei sorgen für Wut

15.4.2020 17:23 Uhr

Bauarbeiten am Strand eines berühmten Salda-Sees, Salda Gölü, in der Provinz Burdur bei Yesilova, der wegen seines reinweißen Sandes und klarem Wasser über die Grenzen der Türkei als "Malediven der Türkei" berühmt ist, haben einen öffentlichen Sturm der Entrüstung ausgelöst und die Regierung zum Handeln veranlasst. Die Firma, die den Bau eines öffentlichen Gartens im Salda-See übernahm, setzte ihre schweren Maschinen am Strand ein und beschädigte das Umfeld massiv.

Es wurden rechtliche Schritte eingeleitet, um sowohl die Ausschreibung als auch die Entwicklungspläne für den See zu annullieren. Hierbei handelt sich um einen der beiden letzten Orte auf der Welt, an denen noch immer sauerstoffproduzierende einzellige Cyanobakterien auf der Welt leben. Tuncay Koc, einer der Anwälte, die die Beschwerde im Namen von fünf in Yesilova lebenden Bürgern eingereicht hatte, sagte, dass ein Antrag auf Stornierung der Ausschreibung vom Staatsrat im Rekordtempo abgelehnt wurde.

Umweltminister hat Firmen bestraft

Koc vermutet, dass die Baufirma das wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängte Ausgangsverbot genutzt habe, um öffentliche Reaktionen zu vermeiden und fuhr fort, dass das Befahren des Gebiets mit schweren Lastwagen gezeigt habe, dass der Wert des Sees von der Firma nicht geschätzt werde. "Das Unternehmen möchte die Ausgangssperre nutzen, aber die Augen der Öffentlichkeit sind trotzdem auf diesen Bereich gerichtet", sagte er der Hürriyet. "Wir haben eine Strafanzeige gegen die Verantwortlichen eingereicht."

Bild: imago images / ZUMA Press

Der See ist wegen des Ausbruchs des Coronavirus für Besucher geschlossen. Umwelt- und Urbanisierungsminister Murat Kurum sagte, dass ihn auch die Bilder von schweren Fahrzeugen an den Stränden des Sees gestört hätten. "Dieses Bild hat mich verletzt, genau wie alle anderen", sagte er am 14. April gegenüber Hürriyet. "Wir werden solche Fehler nicht zulassen, denn wir versuchen, unsere natürliche Schönheit zu schützen und sensibel zu sein." Der Minister erklärte, dass alle Personen und Institutionen, die an dem Skandal beteiligt waren, bestraft wurden. "Wir werden immer mit der gleichen Sorgfalt arbeiten. Daran sollte niemand zweifeln", fügte er hinzu.

Bauarbeiten werden rund um die Uhr bewacht

Kurum stellte fest, dass sie einen neuen Schritt auf die betroffenen NGOs und Bürger zugehen werden und fügte hinzu, dass alle während der Bauphase geleisteten Arbeiten aktenkundig sein werden und diejenigen, die dies wünschen, die Bauarbeiten auf der offiziellen Website der türkischen Verwaltung für Wohnungsbau (TOKI) verfolgen könnten. In der Zwischenzeit entließ der TOKI-Vorsitzende Ömer Bulut sowohl die den Bau überwachende Beratungsfirma als auch den Leiter der entsprechenden Abteilung, den Filialleiter und den Experten.

Bild: imago images / ZUMA Press

Die Vertragsfirma wurde auch bestraft, weil sie die für die Erhaltung des Sees festgelegten Standards nicht eingehalten hat, sagte TOKI in einer Erklärung. In einem Gespräch mit Hürriyet sagte Bulut, dass die Firma etwas falsch gemacht habe und dass sie trotz der Warnungen nicht die Sensibilität für Arbeiten in solch geschützten Bereichen widerspiegele. "Jetzt werden wir die Baustelle 24 Stunden lang mit einer Überwachungskamera beobachten", sagte er. "Ich werde diese Bilder auch mit den Bürgern teilen. Niemand wird mehr Lkw-Räder und Planierraupen am Strand sehen. Wir werden keine Bodenbewegungen zulassen, bevor zu befahrende Holzkonstruktionen und Tragwerke fertig sind. Die Farbe der Tragwerke wird nahe an Weiß liegen, so dass sie in das optische Umfeld des Sees integriert werden", betonte er. Der Salda-See wurde 1989 zum "Naturschutzgebiet" ersten und zweiten Grades und 2019 zum "Sonderumweltschutzgebiet" erklärt.

Bild: imago images / ZUMA Press
(ce)

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