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Basketball-Nationalspieler Saibou nach Teilnahme an Anti-Corona-Demo rausgeworfen

5.8.2020 8:14 Uhr

Am Ende ging dann doch alles recht schnell: Die Telekom Baskets Bonn haben ihren Point Guard und Nationalspieler Joshiko Saibou fristlos gefeuert. Der gebürtige Kölner machte zuletzt dadurch auf sich aufmerksam, über seine Accounts via Social Media Verschwörungstheorien zum Coronavirus zu verbreiten. Zudem nahm er an der Anti-Corona-Demo in Berlin teil. Sein Bonner Klub wertet das "Verstöße gegen den Arbeitsvertrag" und hat das Arbeitsverhältnis fristlos beendet.

Schon seit einigen Wochen stehen die Social-Media-Accounts von Basketball-Nationalspieler und seiner Lebensgefährtin Alexandra Wester, Leichtathletin aus Köln, die in Gambia geboren wurde, im Interesse der Öffentlichkeit. Beide Ausnahmesportler verbreiten darüber "wirre Verschwörungstheorien" im Zusammenhang mit dem Coronavirus und Covid-19. Durch seine Teilnahme an der Demo in Berlin, als zwischen 20.000 und 25.000 Corona-Maßnahmen-Gegner auf die Straße gingen, hat der 1,88 m große Point Guard das Fass wohl zum Überlaufen gebracht.

Fundgruben an Verschwörungstheorien - die Social-Media-Accounts von Saibou und Wester

Schon vorher wuchs der Druck auf die Telekom Baskets Bonn durch die Fangemeinde. Dort wurde der Rauswurf des Nationalspielers gefordert. Nachdem er aber nun unter Nichtbeachtung aller Regeln zum Schutz vor Corona, welche der Bundesligist sich auf die Fahne geschrieben hat, in Berlin demonstrierte, sah sich der Verein zum Handeln genötigt. Wolfgang Wiedlich, Geschäftsführer der BonBas GmbH, fand auf der vereinseigenen Homepage deutliche Worte: "Die Vereine der BBL arbeiten gerade akribisch an Hygienekonzepten für die Zuschauer in der nächsten Saison und an speziellen Arbeitsschutzrichtlinien für die Aktiven. Deshalb können wir ein permanentes Infektionsrisiko, wie es der Spieler Saibou darstellt, weder gegenüber seinen Arbeitskollegen in unserem Team noch gegenüber anderen BBL-Teams im Wettkampf verantworten."

Wester und Saibou auf der Sportgala - Quelle: imago images / Camera 4

Nun bleibt abzuwarten, wie der ASV Köln, der Verein von Weitspringerin Alexandra Wester, reagieren wird. Die Verschwörungstheorien, welche sie über Instagram äußert, gehen im Grunde noch weiter als das, was Saibou veröffentlichte. Sie publizierte in einem Video ihre Gedanken zu einem "Impfzwang", sieht sich "ihrer Freiheit beraubt", referiert über eine "Horrordroge" – vermutlich Adrenochrom, das laut Verschwörungstheoretiker-Bubble aus dem Blut von Kindern gewonnen wird, die in unterirdischen Höhlensystemen gefangen gehalten werden – und andere Verschwörungsmythen, die in der Extremistenszene kursieren. Bereits seit Mai ist das Treiben des "Aluhut-Paares", wie sie auf den Plattformen der Social Media genannt werden, Gegenstand öffentlicher Diskussionen, die nun im Rauswurf von Saibou gipfelten.

(ce)

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