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Basaksehir lässt daheim gegen Erzurum zwei Punkte liegen

9.2.2019 16:00 Uhr, von Chris Ehrhardt

Der Tabellenführer der türkischen Süper Lig Basaksehir musste vor heimischer Kulisse gegen den Vorletzten der Tabelle Erzurumspor antreten. Eine Pflichtaufgabe eigentlich und man tat das zuerst einmal ohne Arda Turan. Würde der Ligaprimus seine Vormachtstellung in der Liga behaupten und den Vorsprung auf Verfolger Galatasaray Istanbul vorerst einmal auf elf Punkte ausbauen können?

Der Spielbeginn lief für die Gäste aus Erzurum, den Tabellenvorletzten, zuerst recht ordentlich. Doch ab der zehnten Spielminute machte der Tabellenführer mehr Betrieb, setzte die Gäste auch ohne Arda mehr unter Druck. Wirklich zwingend war jedoch keine der Aktionen. Zumindest bis zur 11. Spielminute. Da wurde ein Freistoß von Basaksehir mehr schlecht als recht in den Strafraum geschlagen und es folgte das wohl peinlichste Eigentor des Jahres von Erzurumspor. Ohne jede Not und ohne einen Angreifer von Basaksehir in seiner Nähe, köpfte der norwegische Neuzugang Opseth den Ball am verdutzten Keeper Sehic vorbei ins eigene Netz. Wie eine völlig gefahrlose Situation so eine Wendung nehmen kann, wird wohl das Geheimnis von Opseth bleiben.

Hand oder nicht Hand - das ist hier die Frage

Erzurumspor stand sichtlich unter Schock, schüttelte das aber ab und versuchte wieder ins Spiel zu kommen. Doch die Angriffe wirkten eher weniger durchdacht und ziemlich planlos. Was ein Grund sein könnte, wieso der Verein am Tabellenende dümpelt. Doch auch Basaksehir brachte kaum etwas zustande. Nach einer eher langweiligen Phase kam kurz vor dem Pausenpfiff Drive auf. Flanke in die Box von Basaksehir, Kopfballgewusel und Egemen Korkmaz reklamierte ein Handspiel. Cüneyt Cakir schaute sich die Szene an. Doch wer das klare Handspiel von Marcelo im Champions-League-Spiel zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid im letzten Mai – das Marcelo selbst als Handspiel einräumte – nicht pfiff, der würde diese Situation sicher ebenso nicht als Hand werten. Und so kam es dann auch in der 44. Minute. Es blieb also beim schmeichelhaften 1:0 zur Pause für Basaksehir.

Würde Erzurumspor zur Aufholjagd blasen oder sich ergeben?

Kernfrage nach dem Anstoß zur zweiten Hälfte war, wie würde sich Erzurum ins Spiel zurückgrooven? Akdag sollte im Mittelfeld mehr Betrieb machen. Doch würde das reichen? Die ersten Minuten der zweiten Hälfte sahen recht gefällig aus, brachten aber nichts an Zählbarem auf die Anzeigetafel. Manchmal ist es gut, den Mantel des Schweigens über Dinge zu betten. So auch hier. Was jedenfalls bis zur 58. Minute auf dem Platz lief, war so schlecht, dass es jeder Beschreibung spottet. Eigentlich müsste man eine neue Bezeichnung erfinden, denn das war alles, nur sicher kein Fußball, was beide Teams auf dem Feld veranstalteten. Erst in der 61. Minute kam wieder etwas wie Fußball auf - Robinho wurde von Visca eingesetzt und ballerte aus spitzem Winkel ans Außennetz. Danach dümpelte das Spiel wieder vor sich hin, allerdings sah Erzurumspor dabei etwas besser aus als Baseksehir. Und dann klingelte es doch im Kasten von Basaksehir. Der Oldie Egemen Korkmaz besorgte in der 75. Minute mit einem sehenswerten Flugkopfball nach Zuspiel Bassan das 1:1. Könnte das Spiel nun noch komplett kippen? Erzurum gab jedenfalls in der Folgezeit richtig Gas.

Basaksehir zeigte nach dem Ausgleich zuerst recht wenig Bemühen, doch noch alle drei Punkte in Istanbul zu halten. Daran änderte auch Arda Turan wenig, der eingewechselt wurde. Zudem marschierte Erzurum immer wieder gefährlich nach vorne. In der 88. Minute haute Bassan einen raus, doch der ging knapp am Kasten vorbei, denn Mert hatte die Finger noch dran. Es blieb am Ende beim Unentschieden und das war sogar noch glücklich für Basaksehir, denn Erzurumspor hatte zum Schluss mehr Spielanteile und die besseren Chancen.

Auch im zweiten Nachmittagsspiel am Samstag gab es ein eher mageres Unentschieden. Rizespor und Antalyaspor trennten sich ebenfalls 1:1.