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Barca-Beben: Lionel Messi will gehen

26.8.2020 7:28 Uhr

Es war eine Nachricht, die einschlug wie eine Bombe: Lionel Messi will den FC Barcelona verlassen. Nach 20 Jahren - als 13-jähriger kam "La Pulga" (Der Floh), wie er seit seiner Kindheit genannt wurde, zum Verein - will der Spieler, der für die Erfolge der Katalanen steht wie kein anderer, die Blaugrana verlassen. Barcelona hat gegenüber AP bestätigt, dass Lionel Messi dem spanischen Serienmeister den Wechselwunsch per Einschreiben zugestellt habe. Natürlich wird sofort nach Gründen gefragt, wieso ein solcher Spieler, der die Barca-DNA in sich trägt, wechseln will. Hierbei soll der neue Coach der Katalanen, der Holländer Ronald Koeman, eine gewichtige Rolle spielen.

Doch warum ist der neue Barca-Coach Koeman einer der Gründe, aus denen der sechsmalige Weltfußballer Lionel Messi den FC Barcelona verlassen will? Nach seinem Amtsantritt soll der 57 Jahre alte Niederländer im Gespräch mit dem argentinischen Superstar dessen Sonderstellung in Frage gestellt haben. "Die Privilegien im Kader sind vorbei, alles muss für die Mannschaft getan werden", soll Koeman laut einem Bericht des argentinischen Online-Portals "Diario Ole" gesagt haben: "Ich werde unflexibel sein, man muss an das Team denken." Zuvor hieß es noch, Koeman wolle um Messi ein neues Team aufbauen. Die aktuelle Mannschaft gilt als satt und überaltert.

Der FC Barcelona steht vor einem Umbruch

Derweil erhielt Messi, der nach 20 Jahren die Blaugrana verlassen will, Zuspruch von ehemaligen und aktiven Spielern. Der ehemalige Barça- und Real-Star Luis Figo twitterte: "Wow!! Ein weiterer historischer Moment!!!". Auch Barça-Legende Carles Puyol schrieb auf Twitter: "Respekt und Bewunderung, Leo. Meine ganze Unterstützung, mein Freund." Messis Freund und Teamkollege Luis Suarez reagierte auf Twitter mit klatschenden Händen. Er soll laut des katalanischen Radiosenders RAC1 als einer ersten einen Anruf von Koeman erhalten haben, in dem ihm der neue Coach mitgeteilt haben soll, nicht mehr mit ihm zu planen. Vielleicht ist auch das ein Grund für Messis Wechselwunsch.

Zudem sei auch das Verhältnis zu Präsident Josep Bartomeu gestört. In der Corona-Krise hatte es wegen Gehaltskürzungen Zoff zwischen den Stars und Bartomeu gegeben. Messi hatte das Vorgehen des Clubs öffentlich kritisiert, fühlte sich und seine Mitspieler als Sündenböcke. Nach Medienberichten wollen einige Direktoren des FC Barcelona zurücktreten, andere schlagen einen Misstrauensantrag gegen Vereinsboss Bartomeu vor.

Greift die Vertragsklausel von Messi für einen Wechsel ohne Ablöse noch?

Messi (33) will laut Medienberichten eine Klausel in seinem Vertrag ziehen, durch die er am Ende jeder Saison einseitig kündigen könne. Ein Giganten-Streit droht, denn es gibt ein Problem: Die Frist zur Aktivierung der Klausel ist aus Sicht des Vereins für die vergangene Spielzeit bereits im Juni abgelaufen, schreiben "Mundo Deportivo" und auch andere Medien. Messi sei derweil der Ansicht, die Frist müsse verlängert werden, weil auch die Saison wegen der Corona-Zwangspause verlängert worden sei.

Messi, der Mann aus Rosario, ist seit zwei Jahrzehnten im Club. Dem Profiteam des FC Barcelona gehört er bereits seit 2004 an. Er ist somit der dienstälteste Spieler. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni nächsten Jahres. Die im Vertrag festgeschriebene Ablöseklausel beträgt laut Medien 700 Millionen Euro. Ob diese von den angeblich interessierten europäischen Top-Clubs wie Manchester City, Juventus Turin, Paris SG oder Inter Mailand bezahlt werden kann, ist - zumal in Pandemie-Zeiten - mehr als zweifelhaft.

Zieht es Messi nach Manchester zu Ex-Coach Pep Guardiola?

Laut ESPN soll es in der vergangenen Woche ein Telefonat zwischen City-Trainer Pep Guardiola und Messi gegeben haben. Beide kennen sich aus der erfolgreichen Zeit mit dem FC Barcelona. Dem Bericht zufolge halte man es in Manchester für möglich, Messi zu finanzieren.

Barcelona erlebte die erste Saison ohne jeden Titelgewinn seit der Spielzeit 2007/08. In Katalonien spricht man von einer der schlimmsten Krisen der Clubgeschichte. Negativhöhepunkt nach der verspielten Meisterschaft war die sensationelle 2:8-Pleite gegen den FC Bayern München im Viertelfinale der Champions League.

(ce/dpa)

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