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Banken der Türkei trotzen der Krise

8.5.2020 22:12 Uhr, von Andreas Neubrand

Der türkische Finanzminister Berat Albayrak hat gegenüber internationalen Investoren erklärt, dass die Türkei genug Währungsreserven habe, um die Krise zu meistern. Er erklärte, dass das türkische Finanzministerium nur Schulden in Höhe von 4,7 Milliarden US-Dollar habe. Diese werden in diesem Jahr verlängert.

Außerdem führt die Türkei Gespräche zur Einrichtung von Swap-Linien mit Mitgliedern der G20, wobei mehr als eine Swap-Linie möglich ist, so der Finanzminister. Swap-Linien nennt man bilaterale Kreditvereinbarungen zwischen Zentralbanken, die sich für einen bestimmten Zeitraum gegenseitig Swap-Linien einräumen. Innerhalb dieser Kreditlinien gewähren sich die Zentralbanken gegenseitig Kredit in der Landeswährung der kreditgebenden Zentralbank.

Ausbau der Swap-Vereinbarungen

Die Türkei plane nicht ein Finanzierungsprogramm mit dem Internationalen Währungsfond (IWF) auszuhandeln. Im November 2019 erhöhte die türkische Zentralbank und ihr Gegenstück in Katar das Limit für die Swap-Vereinbarung von 3 Mrd. USD auf 5. Mrd. USD. Auch mit China hat die Türkei vor acht Jahren eine Swap-Linie abgeschlossen, die alle drei Jahre erneuert wird.

Trotz des Rückgangs der Exporte und des Tourismus werde die Türkei ihre Leistungsbilanzsaldo nicht wesentlich ändern. Grund seien die niedrigen Rohstoffpreise.

Kampf gegen Währungsmanipulation

Am 7. Mai trat eine neue Verordnung in Kraft, die Währungsmanipulationen und irreführende Handlungen auf den Finanzmärkten verhindern soll. Grund war der Fall der Lira gegenüber dem Dollar. Dabei wurde die Definition manipulativer Finanzgeschäfte erweitert.

Die Verbreitung von "irreführenden oder falschen Informationen über finanzielle Vermögenswerte wird nun als manipulatives Handeln angesehen." Ebenso bei irreführenden Preisen oder wenn Vermögenswerte auf einem künstlichen Niveau gehalten werden.

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