imago/Horst Galutschka

Bank für Sozialwirtschaft wehrt sich gegen Vorwurf des Antisemitismus

27.12.2018 15:45 Uhr

Die Anschuldigung des Wiesenthal-Zentrums zu den zehn schlimmsten Antisemiten 2018 zu gehören weist die Bank für Sozialwirtschaft entschieden zurück. Die Bank erscheint auf einer Liste des Zentrums der zehn nach seiner Einschätzung schlimmsten antisemitischen Vorfälle des Jahres 2018.

Das Wiesenthal-Zentrum wirft der Bank vor, mit der Organisation "Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost" zusammenzuarbeiten, die sich für einen Israel-Boykott einsetze.

In einer Stellungnahme der Bank hieß es am Donnerstag, man sei seit rund zwei Jahren "mit unsachlichen Antisemitismusvorwürfen aus zwei verschiedenen politischen Lagern konfrontiert". Nach Vorwürfen der "Jerusalem Post" im Herbst 2016 wegen der Kontoführung für die "Jüdische Stimme" habe man zunächst die Geschäftsbeziehung mit dieser Organisation gekündigt. Dies sei jedoch massiv kritisiert worden, es habe wiederum Antisemitismusvorwürfe gegeben. "Nach dem Motto: Wie kann es sein, dass eine in Deutschland ansässige Bank einer jüdischen Organisation das Konto kündigt?"

"Boykott, Desinvestition, Sanktion"

Nach intensiven Gesprächen mit der "Jüdischen Stimme" und einer Distanzierung der Organisation von Gewalt gegen Israel und ihrer Anerkennung des Existenzrechts Israels, habe man das Konto im Januar wiedereröffnet. Dies habe eine neue Welle von Vorwürfen ausgelöst.

"Wir können und wollen nicht kontrollieren oder sanktionieren, was einzelne Mitglieder von Gruppen, die bei uns ein Konto haben, politisch denken", erklärte die Bank. "Gleichwohl haben wir eine klare Grenze definiert: Die BDS-Kampagne selbst würde bei uns niemals ein Konto erhalten. Ebenso ausgeschlossen wäre die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen mit Organisationen, die Gewalt gegen Israel befürworten oder das Existenzrecht des jüdischen Staates infrage stellen." BDS steht für "Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen" gegen Israel. Man habe ein externes Expertengutachten zur Positionierung der "Jüdischen Stimme" im Hinblick auf Antisemitismus in Auftrag gegeben. Es werde im März vorliegen.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.