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Bürgermeisterwahlen im serbischen Norden des Kosovo

8.4.2019 22:49 Uhr

In vier Gemeinden im serbisch bewohnten Norden des Kosovo sollen am 19. Mai die Neuwahlen von Bürgermeistern ausgeschrieben werden. Das entschied nun der Präsident des Kosovo, Hashim Thaci.

Dies geht aus einer Erklärung des Präsidentenamtes hervor, die am Montag in Pristina veröffentlicht wurde.

Die bisherigen Ortsvorsteher von Nord-Mitrovica und drei weiteren Gemeinden waren im vergangenen November aus Protest zurückgetreten, nachdem die kosovarische Regierung Strafzölle in Höhe von 100 Prozent für Waren aus Serbien eingeführt hatte. Es wird erwartet, dass die serbischen Bewohner der betroffenen Orte die Wahl boykottieren werden.

90 Prozent Albaner

Das Kosovo ist heute zu mehr als 90 Prozent von Albanern bewohnt. Die ehemals serbische Provinz hatte sich nach einem bewaffneten Aufstand und mit Hilfe einer Nato-Intervention 1999 von Belgrad abgespalten und 2008 für unabhängig erklärt. Serbien hat dies nie anerkannt und betrachtet seine ehemalige Provinz weiterhin als eigenes Staatsgebiet. Mehr als 100 Länder, darunter Deutschland, haben das unabhängige Kosovo inzwischen anerkannt.

Verschiedene Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo herbeizuführen, sind versandet. Im November des Vorjahres hatte Pristina die Strafzölle gegen Serbien eingeführt, nachdem Belgrad mit seinem diplomatischen Apparat und mit Schützenhilfe Russlands die Aufnahme des Kosovos in die internationale Polizeiorganisation Interpol verhindert hatte.

(an/dpa)