Hürriyet Daily News

Bürgermeisterwahl: Angestellte kandidiert und gewinnt gegen Ex-Chef

3.4.2019 16:04 Uhr

Die städtische Angestellte Zekiye Tekin in der nordwestlichen Provinz Bilecik wurde am Arbeitsplatz so lange gemobbt, bis sie ihren Posten räumte. Doch aufgeben wollte sie nicht, stattdessen kandidierte sie bei den Bürgermeisterwahlen gegen ihren Ex-Chef für ihren Distrikt Pazaryeri - und gewann.

Mit einem satten Vorsprung von 26 Prozent wurde sie am Sonntag gegen ihren alten Chef zur neuen Bürgermeisterin gewählt.

Was man erreichen kann, wenn man Haltung zeigt

"Ich habe dies getan, um ein Vorbild zu sein und unseren Frauen zu zeigen, was man erreichen kann, wenn man Haltung zeigt", sagte die neue Bürgermeisterin Zekiye Tekin, nachdem die Wahlergebnisse am 1. April bekannt gegeben worden waren.

Tekin arbeitete vor der Wahl als Verwaltungsangestellte in der Gemeinde, trat jedoch zurück, nachdem ihr Amt vom ehemaligen Bürgermeister Muzaffer Yalçın geändert wurde. Sie bot zunächst an, für die AKP zu kandidieren, aber die Partei wählte Yalcin, der bereits für zwei Amtszeiten zum Bürgermeister gewählt wurde.

Sisters are doin it for themselves

Also beschloss Tekin, als unabhängige Kandidatin anzutreten und führte einen lebhaften Wahlkampf. Insbesondere weibliche Wähler – ihre "Schwestern", wie Tekin sie nennt – waren von dem Wahlkampf begeistert.

Am Sonntag konnte sich Zekiye Tekin 1596 von 4082 Stimmen sichern und wurde so mit einem satten Vorsprung die neue Bürgermeisterin. Merke: Mobbing lohnt sich nicht.

(be/Hürriyet Daily News)