dpa

Bäcker halten an Kritik von Kassenbonpflicht fest

5.1.2020 16:01 Uhr

Die Bäcker hatten schon vor der Einführung der Bonpflicht mit dem Jahresbeginn lautstark kritisiert und gewarnt. Und diese Befürchtungen wurden wohl nicht nur bestätigt, sondern noch weit übertroffen. Das jedenfalls belegen Bilder von wahren Bonbergen, die von Usern auf den Social Media - hier vorrangig Twitter - geteilt und verbreitet werden. Das zeigt, die Diskussion über Sinn und Unsinn der Bonpflicht wird nicht abebben.

"Die Bilder, die sich in den sozialen Medien auftun, zeigen das Bild, das wir befürchtet haben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, Daniel Schneider, der Deutschen Presse-Agentur. "Ich denke, das wird erstmal noch so weitergehen." Im Januar wolle man erneut auf die Politik zugehen. "Was da derzeit passiert, ist einfach Müllproduktion", sagte Schneider.

Bonpflicht sorgt für Bon- und Müllberge

Seit Jahresanfang müssen Händler mit elektronischen Kassensystemen ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen. Die sogenannte Belegausgabepflicht ist eine von mehreren Ende 2016 beschlossenen Maßnahmen, mit denen der Gesetzgeber Steuerbetrug über Mogelkassen einen Riegel vorschieben will. Kassen sollen fälschungssicher und Manipulationen verhindert werden. In Härtefällen ist kein Beleg fällig - das aber muss die jeweilige Finanzbehörde vor Ort prüfen.

Die Bonpflicht ist umstritten - aus Kostengründen, wegen eines Mehraufwands an Bürokratie und des erhöhten Müllaufkommens. Das Finanzministerium hatte auf eine lange Vorlaufzeit hingewiesen und betont, dass die Quittung auch per Mail auf das Handy ausgegeben werden kann. Die Belegpflicht stärke Transparenz und helfe gegen Steuerbetrug, etwa weil das Kassensystem und die Bons miteinander abgeglichen werden könnten. Das Wirtschaftsministerium hingegen will die Verpflichtung wieder aus dem Gesetz streichen.

(ce/dpa)

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