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Bäckereien und Apotheken bleiben bei Ausgangssperre in der Türkei offen

16.4.2020 20:23 Uhr

Bäckereien, Apotheken sowie private und öffentliche Krankenhäuser werden während der Ausgangssperre in der Türkei, die ab Freitagnacht zum zweiten Male in Kraft tritt, geöffnet bleiben, teilte das Innenministerium am 16. April mit. Damit soll für die türkischen Bürgerinnen und Bürger Klarheit geschaffen werden, über welche Kanäle sich bestimmte Dinge des täglichen Lebens beschaffen lassen.

Die 48-Stunden- Ausgangssperre wird am 17. April 2020 um Mitternacht Ortszeit (23 Uhr MESZ) in den 31 spezifizierten Provinzen des Landes wirksam. Dazu gehören die drei größten Städte Istanbul, Ankara und Izmir. Sonderkommissionen unter dem Vorsitz der Gouverneure werden für die Brotverteilung in den Stadtteilen zuständig sein, teilte das Innenministerium in einem Rundschreiben mit, das an die Büros der Gouverneure in den 31 Provinzen gerichtet wurde. Diese Kommissionen erstellen Pläne für jede Nachbarschaft.

Während der Sperrung werden Zeitungen von Zeitungsfahrzeugen, bestimmten Wasserversorgungsunternehmen und der Vefa Social Support Group nach Hause geliefert. Unternehmen, die Trinkwasser und Gas in Flaschen verkaufen, sind während der Sperrung ebenfalls geöffnet. Das Ministerium stellte außerdem fest, dass einige öffentliche Ämter auch weiterhin tätig sein werden, um wesentliche Dienstleistungen zu erbringen. Personen, die für Notrufzentralen, die Katastrophen- und Notfallmanagementbehörde (AFAD) und die VEFA Social Support Group arbeiten, sind von der Ausgangssperre ausgenommen.

Lebensmittelgeschäfte streben eine Befreiung von der Ausgangssperre an

Während der Ausgangssperre an diesem Wochenende beantragt eine Unternehmensgruppe eine Ausnahme für Lebensmittelgeschäfte von der Regierung. Der Verband der türkischen Handwerker (TESK) hat ein Schreiben an das Innenministerium geschickt, in dem er nachfragt, ob eine solche Ausnahme für diese Geschäfte möglich sein könnte, sagte Bendevi Palandöken, der Leiter der Organisation. "Wenn eine Genehmigung für Lebensmittelgeschäfte erteilt wird, haben die Menschen einen viel einfacheren Zugang zur Grundversorgung - einschließlich Brot, Milch und Zeitungen. Diese Einrichtung könnte Chaos und Überfüllung in den Läden verhindern", argumentierte Palandöken und fügte hinzu, dass das Offenhalten von Lebensmittelgeschäften auch dazu beitragen könnte, das Horten und Wucherpreise zu verhindern.

Er sagte, dass die Leute dazu neigen, übermäßig einzukaufen, um sich auf die zweitägige Ausgangssperre vorzubereiten. "Sie kaufen mehr, als sie möglicherweise konsumieren könnten. Ein solches Verhalten führt zu Schäden bei der Lieferkette." Palandöken argumentierte auch, dass das Einkaufen in Lebensmittelgeschäften in der Nachbarschaft für die Öffentlichkeit viel sicherer sein könnte, da sie im Gegensatz zu Supermärkten nicht übermäßig überfüllt sind. "Diese kleineren Läden liefern auch Bestellungen nach Hause, was heißt, dass die Leute aufgrund dieses Service nicht in Lebensmittelgeschäfte schwärmen."

Kleine Lebensmittelgeschäfte können hilfreich sein

Bayram Kutuk, der Leiter einer Kammer, welche die Lebensmittelhändler in der westlichen Provinz Kocaeli vertritt, glaubt auch, dass eine solche Regelung während der Ausgangssperre das Leben der Menschen erleichtern könnte. "Lebensmittelgeschäfte könnten abwechselnd Menschen bedienen oder eine andere Lösung in Betracht ziehen. In fast jeder Nachbarschaft gibt es ein Lebensmittelgeschäft. In diesen Läden können die Menschen ihre unmittelbaren Bedürfnisse befriedigen." Ein anderer Kammerchef aus der südlichen Provinz Gaziantep betonte, dass Ladenbesitzer sehr vorsichtig handeln und alle notwendigen Vorkehrungen gegen das Coronavirus treffen.

"Einige Ladenbesitzer lassen nicht einmal Kunden in die Geschäfte. Alle Lebensmittelgeschäfte können dies tun und ihre Kunden bedienen, indem sie die Regeln der sozialen Distanzierung beachten. Wenn wir diese Geschäfte offenhalten, dreht sich das Rad der Wirtschaft weiter", fügte Vakkas Katirli hinzu.

(ce)

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