imago images / Uwe Steinert

Autorin Vera Friedländer im Alter von 91 Jahren gestorben

27.10.2019 22:05 Uhr

Protestaktionen gegen Nazis, Zwangsarbeiterin bei Salamander, Deutsch-Professorin und Autorin - die Schriftstellerin Vera Friedländer ist tot.

Friedländer starb am Freitag im Alter von 91 Jahren bei Berlin, wie der Verlag Das Neue Berlin unter Berufung auf ihren Sohn Ulrich Schmidt am Sonntag bestätigte. Zuvor hatte die Zeitung "junge Welt" berichtet.

Die Mitbegründerin des Jüdischen Kulturvereins Berlin hatte in ihrem 2016 erschienenen autobiografischen Werk "Ich war Zwangsarbeiterin bei Salamander" (Das Neue Berlin) über ihr Schicksal berichtet. Zahlreiche Mitglieder der Familie der 1928 in Woltersdorf bei Berlin geborenen Autorin wurden von den Nationalsozialisten deportiert und unter anderem in den Konzentrationslagern Auschwitz und Theresienstadt ermordet.

Erfolgreiche Protestaktion gegen Nazis

Als 15-Jährige beteiligte sie sich an einer erfolgreichen Protestaktion gegen die Nazis. Im März 1943 forderte sie zusammen mit ihrem Vater und anderen Beteiligten bei den Protesten in der Berliner Rosenstraße die Freilassung ihrer Mutter und anderer jüdischer Frauen. Sie waren bei der sogenannten Fabrikaktion in der Gestapo-Sammelstelle in der Großen Hamburger Straße in Berlin festgehalten worden.

Nach dem Studium der Germanistik an der Humboldt-Universität wurde sie Professorin für Deutsch an der Universität Warschau. Sie gründete später in Berlin eine Sprachschule, die seit 30 Jahren vornehmlich Einwanderer aus Osteuropa unterrichtet. Außerdem sprach sie immer wieder in Schulen und öffentlichen Veranstaltungen.

(be/dpa)

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