Hürriyet / Kazim Dogan

Automatisierter Datenaustausch zwischen Deutschland und Türkei noch nicht begonnen

5.10.2020 16:07 Uhr

Der AKP-Abgeordnete für den dritten Istanbuler Bezirk, Zafer Sirakaya, erklärte bei einem Besuch bei der Hürriyet.de in Frankfurt, dass der automatisierte Finanzdatenaustausch zwischen der Türkei und Deutschland noch nicht begonnen habe. Zudem setzt sich der Vorsitzende der Unterkommission für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften dafür ein, dass die Summe für den Freikauf vom Militärdienst in der Türkei für im Ausland lebende Türken gesenkt wird.

Datenaustausch folgt noch

Zafer Sirakaya erklärte, dass der geplante automatisierte Datenaustausch auf einem von 136 Ländern unterzeichneten Abkommen fußt und die Türkei im Rahmen dessen an 54 Länder finanzielle Informationen übertragen und aus 71 Ländern Informationen erhalten werde. Nachdem das Deutsche Finanzministerium mitgeteilt hatte, dass der Datenaustausch zum 31. Dezember 2020 beginnen würde, unterstreicht Sarikaya, dass das genaue Datum noch nicht feststehe.

Bei dem automatisiertem Datenaustausch werden Informationen wie der aktuelle Kontostand und Zinserträge übermittelt. Dann wird geprüft, ob diese Erträge im Wohnland der Person angegeben und versteuert worden sind. Sollten Kapital oder Erträge nicht angegeben worden sein, können Nachzahlungen und im schlimmsten Fall auch strafrechtliche Verfahren wegen Steuerhinterziehung drohen.

Warnung vor Geschäftemachern

Im Zusammenhang mit dem anstehenden Datenaustausch warnte Sirakaya davor, dass einige findige Anwälte oder Steuerberater die Verunsicherung der Bürger ausnutzen könnten, um ihnen ihre Dienste anzubieten.

Der Vorsitzende der Unterkommission für Auslandstürken rät, sich im Falle von Fragen direkt an die betreffenden Stellen im Finanzamt zu wenden.

Freikaufkosten für Militärdienst senken

Sirakaya betonte zudem, dass die Gebühren für den Freikauf vom Militärdienst sinken müssten. "Die Gebühr muss für die im Ausland lebenden Jugendlichen unbedingt gesenkt werden. Denn diese Jugendlichen haben gar nicht die Mittel, dies zu bezahlen. Und wer es nicht bezahlen kann, legt die [türkische] Staatsbürgerschaft ab."

Zafer Sirakaya erklärte, dass rund 25 Prozent der türkischen Jugendlichen in Deutschland, die zum Militärdienst einberufen werden, arbeitslos seien. Viele kämen gerade so über die Runden – und könnten die Freikaufgebühr überhaupt nicht aufbringen. Dieses Problem müsse man angehen.

(be)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.