epa/Ian Langsdon

Automatische Meldepflicht bei Anzeichen von Radikalisierung

7.10.2019 17:41 Uhr

Geht es nach dem französischen Innenminister Christophe Castaner, sollen Anzeichen einer Radikalisierung innerhalb der Polizei genauer untersucht werden. Hintergrund ist die tödliche Messerattacke in Paris. Er wünsche sich, dass jeder Warnhinweis auf eine mögliche Radikalisierung automatisch gemeldet und vermerkt werde, sagte Castaner am Montag dem Radiosender France Inter.

In den Akten des 45 Jahre alten Tatverdächtigen, der am Donnerstag vier Kollegen in der Pariser Polizeipräfektur mit einem Messer tötete, habe es keinerlei Spur gegeben, sagte der französische Innenminister. Der Angreifer wurde nach der Tat von einem Polizisten erschossen. In dem Fall habe es eine «staatliche Funktionsstörung» gegeben. Von einem Staatsskandal sei jedoch nicht die Rede. Der erste Fehler sei gewesen, dass es keine Meldung einer Auffälligkeit des Mannes gab, so Castaner. Derzeit deute nichts darauf hin, dass es sich um ein organisiertes System innerhalb der Polizei handele.

Innenminister soll gelogen haben

Oppositionspolitiker hatten dem Innenminister in den vergangenen Tag vorgeworfen, kurz nach der Tat am Donnerstagnachmittag nicht die Wahrheit über eine bekannte mögliche Radikalisierung des Tatverdächtigen gesagt zu haben. Der mutmaßliche Angreifer hatte sich den Anti-Terror-Ermittlern zufolge 2015 gegenüber einem Kollegen zustimmend zu dem islamistischen Attentat auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» geäußert. Dies sei nach Angaben des Innenministers aber nicht gemeldet und vermerkt worden.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.