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Automanager Ghosn muss in Haft bleiben

9.1.2019 9:27 Uhr

Keine Freilassung für Carlos Ghosn: der Antrag des Automanagers auf "Annulierung des Gewahrsams" wurde von einem Tokioter Gericht abgelehnt.

Ghosns Anwälte hatten den Antrag am Dienstag eingereicht und argumentiert, es gebe keine hinreichenden Gründe für eine weitere Inhaftierung des 64-Jährigen.Ghosn selbst hatte sich am Dienstag bei einer öffentlichen Gerichtsanhörung geäußert und erklärt, er werde "zu Unrecht beschuldigt" und sitze "ungerechtfertigt" im Gefängnis. Der Richter begründete seine Inhaftierung jedoch mit der Gefahr einer Flucht sowie der Vernichtung von Beweisen.

Der einst mächtige Manager war am 19. November festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er soll in Japan jahrelang ein viel zu niedriges Einkommen deklariert und sich an Firmenkapital des Autobauers Nissan bereichert haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Ghosn zudem vor, persönliche Verluste bei Investitionen auf Nissan übertragen zu haben. Nissan und Mitsubishi setzten Ghosn als Verwaltungsratsvorsitzenden ab. Bei Renault bleibt er vorerst Konzernchef.

Verlängerte Haft läuft noch bis Freitag

Für einen Teil der Vorwürfe wurde Ghosn bereits angeklagt, seine bereits verlängerte derzeitige Untersuchungshaft läuft noch bis Freitag. Dann kann sie weiter verlängert werden oder es folgt eine weitere Anklage. Eine Freilassung auf Kaution bis zum Beginn eines möglichen Prozesses hält mittlerweile auch sein Anwalt für fraglich.

(be/afp)